Ein Spiel für die Aluminiumindustrie

08 AH -Speyer AH 3:2

Was für ein Abend bei der AH 08 Haßloch! In der Nähe der Pferderennbahn wurde am gestrigen Abend zwar kein Pferderennen ausgetragen, dafür lieferten sich die alten Herren auf dem Fußballplatz einen durchaus sehenswerten Galopp – mit dem besseren Ende für Haßloch.

Am Ende stand ein 3:2-Heimsieg gegen Speyer auf der Anzeigetafel. Verdient? Ja. Entspannt? Auf keinen Fall. Und bei der Chancenverwertung dürfte der eine oder andere Zuschauer vermutlich noch heute den Kopf schütteln.

Die ersten Minuten gehörten eher der Kategorie „Wir sind körperlich schon da, aber der Kopf braucht noch einen Kaffee“. Haßloch kam zunächst etwas verschlafen ins Spiel.

Doch dann nahm die Partie Fahrt auf – und vor allem einer hatte offenbar besonders viel Lust auf Fußball: Felix Mohr.

Beim 1:0 legte sich Felix einen Freistoß zurecht und zirkelte die Kugel sehenswert oben rechts in den Winkel. Da gab es für den Speyerer Schlussmann nichts zu halten – und für die Zuschauer den ersten Grund zum Jubeln.

Kurz darauf legte Felix gleich noch einen nach. Nach einer schönen Kombination bis in den Strafraum ließ er den letzten Gegenspieler mit einem feinen Wackler ziemlich alt aussehen und schob zum 2:0 ein. Speyer wusste zu diesem Zeitpunkt vermutlich nicht so recht, ob es sich um ein Fußballspiel oder um eine kleine Felix-Mohr-Show handelte.

Nach den beiden Treffern war Haßloch nun klar überlegen und erspielte sich eine Chance nach der anderen. Eigentlich hätte die Partie zu diesem Zeitpunkt schon deutlich höher stehen können. Aber die Haßlocher Offensive hatte offenbar beschlossen, die Spannung für die Zuschauer künstlich hochzuhalten.

Kurz vor der Halbzeit kam Speyer durch einen Handelfmeter zum 2:1-Anschlusstreffer. Und plötzlich war wieder alles offen.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Haßloch die spielbestimmende Mannschaft und kam zu weiteren guten Möglichkeiten. Nur mit dem Toreschießen wollte es zunächst einfach nicht so richtig klappen.

Pfosten, Latte – gefühlt war heute das komplette Aluminium im Dauereinsatz. Die Haßlocher Chancenverwertung war insgesamt, vorsichtig formuliert, ausbaufähig.

Doch irgendwann musste der Ball ja noch einmal über die Linie – und schließlich war es soweit:

David Deluse erzielte das längst fällige 3:1 für Haßloch.

Eigentlich hätte damit etwas Ruhe einkehren können. Eigentlich.

Denn Speyer verkürzte mit einem Fernschuss zum 3:2 und machte die Schlussphase noch einmal unnötig spannend. Plötzlich hieß es wieder: Zittern statt gemütlich nach Hause laufen.

Und als wäre das noch nicht genug, hatte Felix Mohr in der letzten Minute die große Chance, endgültig den Deckel drauf zumachen. Frei vor dem Torwart versuchte er es mit einem Lupfer – der Ball ging über den Keeper, aber leider auch an die Latte.

Damit blieb es beim 3:2 für Haßloch.

Dropkick

Besonders erfreulich war das Comeback von Steffen Litzel, der erstmals wieder mit dabei war. Und weil Fußball bekanntlich Familiensache ist, saß Steffen nicht alleine auf der Bank, sondern hatte mit Sohn Leo gleich den Nachwuchs mit dabei. Vielleicht wurde dort schon fleißig analysiert, warum man trotz gefühlter 17 Aluminiumtreffer nicht einfach 8:2 gewonnen hat.

Haßloch holt einen verdienten 3:2-Sieg gegen Speyer und zeigte über weite Strecken die bessere Spielanlage und deutlich mehr Torchancen. Einzig die Chancenverwertung sorgte dafür, dass aus einem eigentlich komfortablen Abend noch eine kleine Zitterpartie wurde.

Drei Tore erzielt und vermutlich mehr Pfosten und Latten getroffen als so mancher Stürmer in einer ganzen Saison.

Am Ende zählt aber nur eines:

Eine Runde weiter…

Nummer 10

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