1. FC 08 Haßloch e.V.

Chronik

Geschichte des 1. FC 08 Haßloch

von Thomas Dill-Korter

Vorgeschichte

 

Der älteste Haßlocher Fußballverein 1. FC 08 Haßloch wurde zwar entsprechend seines Namens im Jahre 1908 gegründet, aber die Geschichte des Fußballs im Großdorf begann bereits ein Jahr früher in Ludwigshafen. Im Gegensatz zu den ländlich geprägten Gegenden gab es in den Großstädten bereits erste Vereine. Bekanntlich wurde bereits 1903 mit dem VfB Leipzig der erste deutsche Fußballmeister ermittelt.

1907 kamen die drei damals 15 bis 17 Jahre alten Haßlocher Jugendlichen Johann Flott, Leonhard Volkmer und Franz Weber durch ihre berufliche Tätigkeit bei der BASF mit dem Fußballsport in Kontakt. Als Weber beim Ludwigshafener Vorortclub FC Germania Friesenheim nicht nur mittrainieren, sondern auch für die fünfte (!) Mannschaft ein Spiel bestreiten durfte, fasste er den Entschluss, dass auch in seinem Heimatort organisiert Fußball gespielt werden sollte.

Gegen Ende des Jahres hatten sich einige fußballinteressierte Haßlocher zusammengefunden, die schließlich eine sechsköpfige Delegation aus Friesenheim empfing, welche ihnen erste Regelkenntnisse vermittelte. Unterstützt von den Kollegen aus Ludwigshafen, fanden sich die Väter des Haßlocher Fußballs im früheren „Kiesloch“ zu ersten Trainingseinheiten ein. Dieses befand sich westlich des Deidesheimer Weges hinter der Wirtschaft „Kaltenbach“ (heute „Stadt Athen“). Als Umkleidekabine diente die Gaststätte „Zum Opra“, welche von Johann Flotts Vater gepachtet war. Dort wurde auch deutlich, dass die Entwicklung in Ludwigshafen schon weiter fortgeschritten war, denn im Gegensatz zu den Haßlochern verfügten die Friesenheimer bereits über Sportkleidung. Beim Anblick der Gäste hätten sich manche Bürger gefragt, ob schon Fastnacht sei.

Die örtlichen Fußballpioniere ließen sich davon jedoch nicht beeindrucken und bildeten –immer noch im Jahr 1907 – die ersten beiden Haßlocher Fußballmannschaften. Eine davon repräsentierte das Oberdorf, eine das Unterdorf. Die Männer vom Unterdorf siegten schließlich mit 3 : 2. Das genaue Datum dieses ersten richtigen Spiels in Haßloch ist zwar nicht mehr bekannt, allerdings sind die Aufstellungen noch überliefert.

Folgende Akteure standen sich damals gegenüber:

Unterdorf:

Heinrich Dauth, Jakob Lieberknecht, Lorenz Lieberknecht, Leonhard Volkmer, Franz Weber, Fritz Kübler, Georg Martini, Johann Flott, Fritz Stuhlfauth, Karl Wessa, Karl Flott, Johann Flott.

Oberdorf:

Georg Zercher, Heinrich Rahn, Ludwig Zercher, Karl Schäfer, Johann Lützel, Johann Moser, Heinrich Bordwein, Jakob Thomas, Johann Dambach, Nikolaus Handrich, Wilhelm Geidlinger, Wilhelm Neuschwanger.

Nach diesem Spiel wurde die Fußballbegeisterung auch in Haßloch immer größer. Dies spiegelte sich auch darin wider, dass sich die Anhängerschaft immer mehr aus allen Berufsgruppen zusammensetzte. Dies führte dazu, dass man schließlich den Entschluss fasste, einen Verein zu gründen.

 

1908 - 1917

 

Anfang des Jahres 1908 gründeten schließlich 18 Haßlocher Bürger in der Gaststätte „Zum Opra“ den Fußball-Klub Germania Haßloch. Dies waren Georg Franz Flott, der Pächter des Wirthauses, Heinrich Dauth, Franz Weber, Emil Ring, Fritz Leitmeyer, Leonhard Volkmer, Karl Wessa, Johannes Flott, Friedrich Bittlinger, Georg Martini, Jakob Ganning, Jakob Wolf, Heinrich Stuhlfauth, Jakob Lieberknecht, Otto Kaiser, Peter Barde, Karl Flott und Lorenz Lieberknecht.

Die erste Aufgabe des Vorstandes war es, ein neues Sportgelände zu suchen. Zunächst fand der junge Verein auf dem Schillerplatz eine neue Heimat. Da man es dadurch geschafft hatte, vom westlichen Dorfrand in das Zentrum zu rücken, fanden sich immer mehr Neugierige ein. Durch Zufall bekamen die Haßlocher bereits unmittelbar nach der Vereinsgründung Verstärkung durch einen auswärtigen Spieler. Adolf Seyler, bis dahin linker Verteidiger des 1. FC Kaiserslautern, arbeitete im Großdorf und schloss sich nun dem FK Germania an. Das erste Spiel bestritt man gegen den Lokalrivalen Iggelheim und siegte prompt mit 21 : 1. Neuzugang Seyler schoss dabei alleine 19 Tore.

Da durch den Spielbetrieb die zwischen dem Schillerplatz und der Lutherkirche gelegene Kastanienallee Schaden nahm, verbot der Gemeinderat nach wenigen Spielen, dort weiter Fußballsport zu betreiben. Zunächst wurde ein Gelände neben dem heutigen Badepark die Heimat. Nächste Station war dann die „Geißenweide“ hinter der Sägmühle, bevor man auf dem Droschkenplatz gegenüber der Pferderennbahn eine längere Bleibe fand. Darüber hinaus hatte die Familie Flott zwischenzeitlich die Wirtschaft „Zum Opra“ aufgegeben, wodurch die von Michael Otterstätter geführte Gaststätte „Zur Sonne“ neues Vereinslokal wurde.

Wechselhaft ging es auch an der Vereinspitze zu. Nachdem der Gründungsvorsitzende Georg Flott 1910 nicht mehr zur Wiederwahl antrat, waren während der ersten Dekade der Vereinsgeschichte mit Heinrich Stuhlfauth, Ludwig Postel, Jakob Lieberknecht, Philipp Kaufmann und Johannes Löwer noch fünf weitere Männer als erste Vorsitzende tätig, außer Löwer, der den Verein bis 1919 führte, alle nur ein Jahr lang.

Am 11. Februar 1911 trat der FK Germania dem Süddeutschen Fußballverband bei. Sieben Neuzugänge von Ludwigshafener Mannschaften, unter denen sich mit Eugen Wolf auch der erste richtige Trainer befand, verbesserten deutlich das Leistungsvermögen. Dadurch kam der Haßlocher Fußball seiner ersten Blütezeit immer näher.

Nachdem sich der noch junge Sport nun auch in den Nachbargemeinden Böhl, Iggelheim und Schifferstadt immer mehr weiterentwickelt hatte, gehörten die Lokalderbys gegen deren Mannschaften zu den sportlichen Höhepunkten in Haßloch. In einer richtigen Liga spielte man damals allerdings noch nicht. Der 1914 ausgebrochene Erste Weltkrieg sorgte schließlich für ein jähes Ende der aufstrebenden Haßlocher Fußballer. Viele talentierte Sportler aus dem Großdorf wurden eingezogen und kehrten nicht wieder zurück. Der Fußballsport war dadurch vollkommen zum Erliegen gekommen.

 

1918 - 1927

 

Der Erste Weltkrieg war kaum vorüber, als die ersten Heimkehrer bereits wieder den Entschluss fassten, in Haßloch organisiert Fußball zu spielen. Am 19. Januar 1919 traf man sich im Germania-Vereinsheim „Zur Sonne“ zu einer ersten Versammlung, und am 9. Februar des gleichen Jahres wurde mit Franz Weber wieder ein neuer Vorsitzender gewählt. Zu dessen Stellvertreter wählte man Philipp Kaufmann. Heinrich Lützel und Wilhelm Vollweiler wurden Schriftführer, und Leonhard Volkmer besetzte das Amt des Kassierers. In dieser Mitgliederversammlung taufte man den Fußball-Klub Germania mit 63 Ja-Stimmen bei zwei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen auch in Fußball-Verein 08 Haßloch um. Heute nicht mehr nachvollziehbar, verurteilte die französische Militärregierung den Vorsitzenden Franz Weber aufgrund der Umbenennung zu einer mehrwöchigen Freiheits- und einer hohen Geldstrafe. Auf Antrag des Spielers Philipp Diehl verlegte man auch das Vereinsheim von Michel Otterstädters Gasthaus „Zur Sonne“ in Franz Webers Lokal „Zur Rennbahn“, da dies näher am Sportplatz lag.

Ob Webers Verhaftung der Grund dafür war, dass auch dieser nach nur einem Jahr sein Amt als Vorsitzender niederlegte oder sogar niederlegen musste, ist nicht überliefert. Nachdem zwischenzeitlich Adolf Tardt, Lorenz Lieberknecht und Johann Kissel den Verein führten, wurde Weber jedoch 1926 erneut gewählt.

Ungeachtet dieser Turbolenzen hatte zwischenzeitlich der zweite Höhenflug der Haßlocher Fußballer begonnen Ab 1920 gab es erstmals einen richtig organisierten Spielbetrieb. Die 08er wurden der A-Klasse Mitte zugeordnet, der sie zusammen mit den Mannschaften aus Iggelheim, Dannstadt, Speyer, Mundenheim, Neuhofen, Mutterstadt, Limburgerhof, Böhl, Schifferstadt, Rheingönheim, Friesenheim, Altrip, Hochfeld (heute Ludwigshafener SC) sowie den zwei Neustadter Vereinen SV 1913 und Pfalz 07 angehörten.

Insgesamt verfügte der Verein über vier aktive, zwei Junioren- und zwei Schülermannschaften und dies, obwohl die 08er zwischenzeitlich auch innerhalb des Dorfes Konkurrenz bekamen. Zum einen gründeten sich mit dem FV 1921 und der DJK Haßloch zwei weitere Fußballvereine, und auch der Athletenclub 1895, der ursprünglich nur Ringen, Gewichtheben und Kraftsport betrieb, verfügte inzwischen über eine Fußballmannschaft. Darüber hinaus nahm man mit großer Sorge zur Kenntnis, dass ab 1920 der Handballsport immer populärer wurde. Ab Herbst 1921 verfügten sowohl der TV 1880 als auch die TG 1905 Haßloch über entsprechende Mannschaften. Im Fußballlager befürchtete man damals den Verlust mehrerer Spieler, wenn das Interesse am Handball immer größer werden würde.

Interessanterweise wurde beim FV 08 in den 1920er Jahren nicht nur Fußball gespielt. So wurde 1923 vereinsintern von Johann Heimberger sowie Heinrich und Liesel Holz eine Theatergruppe gegründet, und wenig später rief man sogar eine Gesangsabteilung ins Leben, aus der 1925 der Gesangverein „Einigkeit“ entstand, der  1937 mit dem Gesangverein 1847 zur heutigen Sängervereinigung 1847/1925 verschmolz. Gegen Ende des Jahrzehnts kamen eine Leichtathletik-, eine Handball- und eine Box-Abteilung dazu. Nach Auffassung des damaligen Vorstandes sollte Boxen den Fußballern als Ausgleichssport dienen.

 

1928 - 1937

 

Nachdem der Fußball-Verein 08 Haßloch 1928 in der Friesenhalle das zwanzigjährige Vereinsjubiläum gefeiert hatte, wurde wieder einmal Kritik an der Lage des Sportplatzes laut, diesmal jedoch nicht vom Gemeinderat, sondern von Mitgliedern selbst. Kritisiert wurde vor allem, dass der Platz an der Rennbahn zu weit vom Dorfzentrum entfernt sei und man sich wieder ein zentraler gelegenes Gelände wünsche. Die Wahl fiel schließlich auf den neben der damals noch nicht existierenden Pfalzhalle gelegenen Pfalzplatz, der bekanntlich in den 1980er Jahren in zwei Kleinfelder aufgeteilt wurde und inzwischen überwiegend der Schillerschule für den Schulsport diente.

Am 16.Juni 1929 wurde diese Sportstätte nach mühevoller Arbeit der Mitglieder eingeweiht. Aufgrund der Verlagerung des Sportplatzes sah man sich auch wieder zu einem Wechsel des Vereinslokals gezwungen. Neues Clubheim wurde nun das Lokal „Zum Schwanen“ von Jakob Weichlein. Zwischenzeitlich war auch der Vorsitzende Franz Weber aufgrund Überlastung erneut zurückgetreten. Sein Nachfolger wurde zunächst Heinrich Flott, dem 1929 Johann Heimberger folgte. Damit dieser mehr als seine Vorgänger entlastet sein sollte, unterstellte man diesem mit Adolf Tardt, Johann Kissel, Lorenz Lieberknecht, Heinrich Flott und Oskar Schäfer gleich fünf Stellvertreter. Immerhin blieb Heimberger dadurch sieben Jahre im Amt. Weber wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Als es am 30. Januar 1933 in Deutschland zur Machtübernahme durch die Nationalsozialisten kam, sollte dies auch gravierende Auswirkungen auf die Haßlocher Vereinslandschaft haben. So musste der Fußball-Verein 08 am 4. April 1936 mit dem Turnverein 1880, der Turngesellschaft 1905, dem Radfahrer-Verein „Pfeil“, dem Pfälzerwaldverein, dem Turnerbund Jahn Meckenheim und dem Turnverein Speyerdorf zur Ortsgruppe Haßloch des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen fusionieren. Vorsitzender wurde Georg Heiner, dessen Stellvertreter der zuvor seit 1922 den TV 1880 leitende Jakob Becker.

Die 08-Fußballer waren nun also nicht mehr selbständig, sondern mussten den Spielbetrieb als Abteilung des ersten Haßlocher Großvereins fortsetzen. Immerhin konnten sie inzwischen das gesamte Fußballpublikum des Großdorfs für sich beanspruchen, denn andere Vereine, die über Fußballmannschaften verfügten, gab es inzwischen nicht mehr. Bereits 1933 wurden sowohl der FV 1921, die DJK als auch der Athletenclub 1895 von den Nationalsozialisten aufgelöst.

Nichts änderte sich allerdings daran, dass sich die Fußballer weiterhin ständig um einen neuen Spielort bemühen mussten. Nach der Gleichschaltung trug man zunächst einige Spiele auf dem Jahnplatz aus. Auf diesem befindet sich heute der Parkplatz südlich des Rathauses, welcher seit längerer Zeit auch als Standort für den Haßlocher Weihnachtsmarkt genutzt wird. Wenig später siedelte man dann auf den Friesenplatz über, der nun endlich einmal für längere Zeit die Heimat werden sollte. Die 1927 von der TG 1905 erbaute nebenan gelegene Friesenhalle wurde zum offiziellen Vereinsheim.

Wie der Jahnplatz und die 1926 errichtete Jahnhalle, beides bis 1936 im Eigentum des TV 1880, gibt es auch den Friesenplatz und die Friesenhalle nicht mehr. Das ehemalige westlich des Neumühlweges gelegene TG-Gelände wurde inzwischen mit Wohnhäusern bebaut. Dort befinden sich heute die Straßen „Am Friesenplatz“ und „Am Schlossergraben“.

 

1938 - 1947

 

Das vierte Jahrzehnt in der Geschichte des Haßlocher Fußballs begann wieder mit einer Namensänderung. Am 19. März 1938 wurde auf einer Generalversammlung des zwei Jahre zuvor ins Leben gerufenen Großvereins beschlossen, dass dieser fortan „Verein für Leibesübungen 1880“ heißen solle. Zum neuen Vorsitzenden wählte man den damaligen Haßlocher Bürgermeister Georg Brauch, der dieses Amt auch bis zu dessen Tod im September 1943 ausübte. Auf diesen folgte dann Brauchs bisheriger Stellvertreter Ludwig Gramlich.

Eineinhalb Jahre nach der Umbenennung des Vereines in VfL Haßloch begann nicht nur für die Fußballer, sondern für die gesamte Haßlocher Sportlandschaft großes Leid. Als im September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, mussten wie 25 Jahre zuvor erneut viele Sportler aus dem Großdorf zu den Waffen greifen und sich auf den Schlachtfeldern Ost- und Westeuropas als auch Afrikas bewähren. Wieder kehrten viele überhaupt nicht zurück oder leideten fortan an schweren körperlichen Gebrechen, die es unmöglich machten, eine vor Kriegsbeginn ausgeübte sportliche Betätigung fortzuführen. Der Spielbetrieb konnte immer schwerer aufrechterhalten werden. 1941 meldete die Fußballabteilung des VfL Haßloch schließlich ihre letzte Jugendmannschaft mangels Spielern ab, so dass nun vier Jahre lang kein offizielles Spiel mehr ausgetragen werden sollte.

Im Oktober 1945, also nur fünf Monate nach Kriegsende, fand dann allerdings bereits wieder das erste Fußballspiel in Haßloch statt. Auf dem Jahnplatz standen sich eine Verlegenheitself, die überwiegend aus aus der Gefangenschaft zurückgekehrter älterer Akteure bestand und eine Auswahl der französischen Besatzungskräfte gegenüber. Danach nahm man auch wieder Kontakt zu den Nachbarvereinen auf, und es wurden auch wieder Freundschaftsspiele ausgetragen. Mit Genehmigung der französischen Militärregierung wurde 1946 als Nachfolgeverein des VfL Haßloch die Sportgemeinde Haßloch gegründet und Georg Scheurer, von 1926 – 1933 letzter Vorsitzender des Athletenclubs 1895, deren Vorsitzender. Diesem neuen Verein gehörten auch die Fußballer des VfL an.

Noch im gleichen Jahr schrieb der Südwestdeutsche Fußballverband auch wieder eine erste Meisterschaftsrunde aus, und die früheren 08er wurden wie schon nach dem Ersten Weltkrieg der A-Klasse Mitte zugeteilt. In dieser traten sie als Fußballabteilung der SG Haßloch an. Noch mehr als ihre Konkurrenten litten die Haßlocher an Verlusten durch den Krieg und beendeten die Saison 1946/47 punktgleich mit Schlusslicht FG Dannstadt als Tabellenvorletzter. Nur durch einen 3 : 1 – Sieg in einem in Schifferstadt ausgetragenen Entscheidungsspiel gegen Dannstadt verhinderten sie den Abstieg in die Kreisklasse Neustadt.

 

1948 - 1957

 

Nach dem glücklichen Klassenerhalt durften die Fußballer der SG Haßloch also auch in der Saison 1947/48 in der A-Klasse Mitte antreten, aber ein Jahr später folgte dann doch der Abstieg in die B-Klasse. Die durch die Verluste des Zweiten Weltkrieges erlittenen Verluste konnten immer noch nicht kompensiert werden, und da diesmal eine noch schwächere Mannschaft wie im Vorjahr Dannstadt fehlte, bestand diesmal keine Chance, die Klasse zu halten. Neben der sportlichen Tristesse musste man verkraften, dass SG-Vorsitzender Georg Scheurer am 28. Juni 1948 bei einer Explosionskatastrophe in der BASF starb. Außerdem verfügte der Verein aufgrund der acht Tage zuvor durchgeführten Währungsreform über keine flüssigen Mittel mehr.

Am ersten Spieltag der Saison 1948/49 gab es bereits die nächste Enttäuschung, denn die Haßlocher Fußballer verloren zum Auftakt bei der TSG Neidenfels mit 3 : 8 und belegten dadurch zunächst einmal den vorletzten Tabellenplatz der zweittiefsten Spielklasse. Dies sollte jedoch der absolute Tiefpunkt der gesamten Vereinsgeschichte bleiben, denn insgesamt gesehen ging es von da an nur noch aufwärts. Einer Krisensitzung des Spielausschusses folgte zunächst die Verpflichtung des Mittelstürmers Georg Issner aus Kaiserslautern. Darüber hinaus gelang es Betreuer Emil Falk, die Ludwigshafener Kurt Wilding und Karl Schiefer, der fortan als Spielertrainer agierte, nach Haßloch zu lotsen. Nun eilte die SG von Sieg zu Sieg.

Nach der Vorrunde belegte noch der FC 23 Hambach den ersten Tabellenplatz, die Haßlocher mit acht Punkten Rückstand den vierten. Bei einem Schnitt von etwa 2000 Zuschauern bei den Heimspielen auf dem Friesenplatz ging die Aufholjagd in der Rückrunde weiter, und mit drei Zählern Vorsprung auf Hambach und über 100 geschossenen Toren gelang schließlich der direkte Wiederaufstieg in die A-Klasse. Darüber hinaus errang gleichzeitig die I b- Mannschaft die Meisterschaft in der C-Klasse. Der Meistermannschaft der B-Klasse gelang es sogar noch im Jahr 1949, ein Freundschaftsspiel gegen den Schweizer Zweitligisten Nordstern Basel sensationell mit 7 : 3 zu gewinnen.

Erfolge gab es zwischenzeitlich auch im Jugendbereich. Nachdem sich erst in den 1930er Jahren ein geregelter Jugendspielbetrieb entwickelt hatte, wurde die C-Jugend in der Saison 1949/50 sensationell Südwestdeutscher Fußballmeister. Im Endspiel besiegten die Haßlocher, welche zuvor durch einen 3 : 1 – Erfolg  gegen Oggersheim  Vorderpfalzmeister  und     einen

2 : 1 – Sieg gegen die SG Kaiserslautern Pfalzmeister geworden waren, in Bad Dürkheim den FSV Mainz 05 mit 2 : 0. Für weitere herausragende Ergebnisse sorgte danach die A-Jugend, die von 1952 – 1956 fünfmal in Folge den sogenannten Bernhard-Schumann-Gedächtnispokal gewann. Die ersten Jugendleiter nach dem Zweiten Weltkrieg waren Karl Vollmer, Karl Flohr und Burkhard Wolf, von dem im März 1956 Willi Blöhs das Amt übernahm.

Nur fünf Jahre nach Wiederaufnahme des Spielbetriebes musste man sich erneut an einen neuen Vereinsnamen gewöhnen. Aus der SG wurde die Turn- und Sportgemeinde Haßloch, welche am 6. September 1951 vom Amtsgericht Neustadt in das Vereinsregister eingetragen wurde. Als Vorsitzender fungierte erneut Ludwig Gramlich, welcher bis 1976 im Amt blieb und zwischenzeitlich für dessen Verdienste 1971 das Bundesverdienstkreuz verliehen bekam. Leiter der Fußballabteilung wurde Herbert Müsel, der dieses Amt schon bei der SG innehatte.

Noch vor der Gründung des TSG Haßloch wurde die Fußballlandschaft im Großdorf übrigens wieder durch zwei weitere Vereine bereichert. Zunächst hatte sich der FV 1921 wieder gegründet, und am 30. April 1951 beschlossen 58 Fußballinteressierte, von denen viele bis 1933 der dann verbotenen Deutschen Jugendkraft (DJK) angehörten, bei einer Gegenstimme die Gründung eines weiteren Haßlocher Fußballvereines. Diese hatten sich nach Kriegsende zunächst einmal im Katholischen Männer- und Jungmännerverein betätigt und erfolglos die Wiederbelebung des DJK-Verbandes erhofft. Von den drei Namensvorschlägen „Revidia“, „Pfalz“ und „VfB“ (Verein für Bewegungsspiele) entschied man sich für den letzteren.

Mit der Begründung, drei Fußballvereine seien in Haßloch nicht tragfähig, stimmte die Fußballabteilung der TSG gegen die Aufnahme des VfB in den Südwestdeutschen Fußballverband (SWFV), was jedoch letztendlich nicht von Erfolg gekrönt war. Mit Unterstützung des FV 1921, auf dessen Gelände gegenüber der Rennbahn man mangels eines eigenen Sportplatzes die ersten Spiele bestritt, gelang es den VfB-Verantwortlichen jedoch, die TSG-Fußballer dazu zu bringen, den Antrag zurückzunehmen.

Auch in blau-weißen Trikots, welche die immer noch als 08er fühlenden Fußballer nun tragen mussten, und ohne den zum Oberligisten VfR Kirn gewechselten Issner ging die Erfolgsgeschichte weiter. Mit dem zuvor beim SV Waldhof 07 aktiven neuen Spielertrainer Gottlieb Traub wurde die TSG in der Saison 1952/53 Meister der A-Klasse Mitte und stieg dadurch erstmals in die Zweite Amateurliga Vorderpfalz auf. In dieser spielte man fortan sogar gelegentlich um die Meisterschaft mit.

Herausragender Akteur und eng mit diesen Erfolgen verknüpft war Spielmacher Erhard Lossack, der durch seine starken Leistungen auch überregional bekannt wurde und wenig später zusammen mit Traub in die Oberliga Nord zu Arminia Hannover wechselte. Nachfolger Traubs als Spielertrainer der TSG-Fußballer wurde Rudolf Willis, welcher unter anderem die Glanzzeit des Nachbarn VfL Neustadt in der Oberliga Südwest als Spieler miterlebt hatte. Mit ihm erhoffte man sich vor der Saison 1957/58 eine erneute Meisterschaft, was pünktlich zum fünfzigjährigen Jubiläum der TSG-Fußballabteilung den Aufstieg in die Erste Amateurliga Südwest bedeutet hätte. Dieses Ziel wurde jedoch verfehlt. Immerhin durfte die erst ein Jahr zuvor von der C- in die B-Klasse aufgestiegene I b – Mannschaft in der neuen Umgebung den Gewinn des Kreispokals feiern.

 

1958 - 1967

 

Auch ohne die erhoffte Meisterschaft der ersten Mannschaft gab es 1958 aufgrund des fünfzigjährigen Bestehens der TSG-Fußballabteilung genug Grund zum Feiern. So fand in der Zeit vom 31. Mai bis 8. Juni ein umfangreiches Festprogramm statt, das mit einer Feier in der Friesenhalle eröffnet wurde. Für Unterhaltung sorgten am 31. Mai ab 20.30 Uhr die Kapelle Deege, der Volkschor, der Handharmonikaclub, der Theaterverein und die Trachtengruppen der Donaudeutschen, der Naturfreunde und des Pfälzerwaldvereines. Zum Sportprogramm gehörten auch am 4. Juni Vorführungen der Ringer und Gewichtheber sowie zwei Tage später ein Radballturnier. Austragungsort war jeweils ebenfalls die Friesenhalle.

Am Sonntag, den 8. Juni, fand das Jubiläumsprogramm ab 9 Uhr auf dem Friesenplatz mit sechs Fußballspielen sein Ende. Die erste Mannschaft der TSG traf dabei zum Schluss auf Iggelheim und damit auf den Verein, gegen den der 1908 gegründete Fußball-Klub „Germania“ sein erstes Spiel bestritten hatte.

Da der erhoffte Aufstieg in die Erste Amateurliga Südwest im Jubiläumsjahr 1958 ausgeblieben war, gehörte die erste Fußballmannschaft der TSG Haßloch weiterhin der Zweiten Amateurliga Südwest an und sollte in dieser auch noch einige Jahre eine gute Rolle spielen. 1961 kam sie schließlich der Meisterschaft noch näher als drei Jahre zuvor.

Das Jahr begann für die Haßlocher zunächst mit dem Gewinn der Vorderpfalz-Pokalmeisterschaft. Nachdem sie zunächst am 12. Februar zu Hause Tabellenführer Altrip durch Tore von Scheurer (62.), Hermann (86.) und Wenz (88.) besiegt hatten, gewannen sie am 19. März vor über 1500 Zuschauern in Iggelheim auch das Endspiel gegen Böhl mit 2 : 0. Deigentasch gelang kurz vor der Pause mit einem Weitschuss das 1 : 0, dem Scheurer in der 59. Minute einen zweiten Treffer folgen ließ. Am 1. April 1961 kam es dann in Erlenbach gegen den 1. FC Idar 07 zu einem Aufstiegsspiel, welches jedoch der Gegner von der Nahe mit 3 : 2 gewann, wodurch die Haßlocher Träume von der Ersten Amateurliga erneut platzten.

Ein Jahr später reichte es trotz des Ausfalles mehrerer Stammspieler zum zweiten Tabellenplatz. Trainer der TSG-Fußballer war in der Saison 1961/62 mit Gerhard Gawliczek übrigens der acht Jahre jüngere Bruder von Georg Gawliczek, welcher unter anderem 1958 Assistent von Nationaltrainer Sepp Herberger bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Schweden gewesen war.

Zusammen mit seinem Bruder spielte er in der Saison 1951/52 beim 1. FC Köln, für den er jedoch nur zwei Oberligaspiele bestritt. Dabei spielte er unter anderem mit den damaligen Kölner Größen Frans de Munck (Spitzname „der schwarze Panther“), Josef Röhrig und Hans Schäfer, einem der späteren Weltmeister von 1954, zusammen. Von 1953 – 1956 folgten 64 Oberligaeinsätze für den SV Phönix Ludwigshafen, in denen ihm auch ein Tor gelang.

Bei der 1962 durchgeführten Jahreshauptsammlung der TSG-Fußballabteilung gab es gravierende Änderungen bei der Abteilungsführung. Nachfolger von Abteilungsleiter Herbert Müsel, der fortan nur noch als Jugendleiter agierte, wurde der bisherige Spielausschussvorsitzende Heinrich Valceschini, dessen Stellvertreter Arno Reiß. Die Spielleitung wurde in die Hände von Ernst Langohr und Otto Rieger gelegt.

Nur ein Jahr später war jedoch auch diese Neuordnung der TSG-Fußballabteilung nicht mehr existent, denn nun gelang die schon längere Zeit angestrebte Verjüngung der Vorstandschaft. Bei der Generalversammlung 1963 wurde Valceschini auf eigenen Wunsch von Reiß als Abteilungsleiter abgelöst. Arno Reiß wurde damit zum letzten Leiter einer Fußballabteilung der TSG Haßloch. Das Amt des Stellvertreters besetzte nun Adolf Hollinger, und die Leitung des Spielausschusses übernahmen Emil Bucheckert und Robert Kaiser.

Die erste Mannschaft bereitete der neu gewählten Abteilungsleitung jedoch zunächst einmal keine Freude, denn sie stieg am Ende der Saison 1963/64 als Tabellenletzter der Zweiten Amateurliga nach elf Jahren in der vierthöchsten Spielklasse wieder in die A-Klasse Mitte ab.

Nach dem Abstieg in die A-Klasse Mitte wurden bei der Fußballabteilung der TSG Haßloch Bestrebungen laut, den Großverein zu verlassen und den Traditionsverein 08 wieder ins Leben zu rufen. Diese wurden schließlich auch nur ein Jahr später in die Tat umgesetzt. Am 15. April 1965 traf man sich in der Gaststätte „Zur Sonne“ der Familie Otterstädter, das bereits vor dem Ersten Weltkrieg schon einmal als Vereinslokal diente, zur Gründungsversammlung. Dabei einigte man sich auf  den   Vereinsnamen 1. FC 08 Haßloch e. V., wie er auch heute noch existiert. Zum Vorsitzenden wurde Herbert Müsel gewählt, der damit nach seinen Tätigkeiten als Abteilungsleiter bei der SG und der TSG Haßloch zum dritten Mal an erster Stelle stand. Adolf Hollinger wurde sein Stellvertreter.

Wie sehr man sich die Eigenständigkeit gewünscht hatte, zeigte die Zahl der Beitrittserklärungen, denn der Verein kam noch im Jahr der Wiedergründung auf 344 Mitglieder. Diese trugen durch Spenden dazu bei, dass Sportkleidung und Bälle angeschafft werden konnten. Unbedingt wollte man nicht mehr in den blau-weißen TSG-Farben, sondern wieder in traditionellen schwarz-weißen Trikots spielen.

Die Wiedergründung des 1. FC 08 ließ auch ein altes Problem wieder aktuell werden, dass eigentlich schon vergessen war. Da der Jahnplatz und der Friesenplatz weiterhin der TSG gehörten, musste man sich wieder einmal eine neue Spielstätte suchen. Auf dem Gelände des FV 1921, der 14 Jahre zuvor auch schon dem VfB nach dessen Gründung geholfen hatte, durften die 08er schließlich das erste Punktspiel nach der Wiedergründung gegen Otterstadt ausführen – und das wie erhofft vor einer stattlichen Zuschauerkulisse in schwarz-weißer Spielkleidung. Hauptspielort war in der Folgezeit der gemeindeeigene Pfalzplatz. Der Wunsch nach einem vereinseigenen Gelände wurde jedoch immer lauter.

Nach Verhandlungen mit der Gemeinde Haßloch stellte diese dem FC 08 schließlich das heutige Vereinsgelände gegenüber dem Schwimmbad zur Verfügung. Unverzüglich machten sich die Mitglieder an die Arbeit, so dass bereits 1967 der erste Rasenplatz – das heutige Hauptspielfeld – eingeweiht werden konnte. Bürgermeister Kurt Flockert durchschnitt symbolisch ein Band und übergab das herrliche Spielfeld seiner Bestimmung.

 

1968 -1977

 

Die 60-Jahr-Feier konnte dann 1968 auch schon im eigenen Clubheim durchgeführt werden. Dieses wurde von den Architekten Karlheinz Bug und Lothar Hauck, der auch zweiter Vorsitzender war, geplant. Zum ersten Vorsitzenden wurde bereits 1967 Heinrich Volkmer als Nachfolger von Herbert Müsel gewählt.

Wesentlichen Anteil an der Vereinsarbeit hatte inzwischen auch der 1965 ebenfalls ins Leben gerufene Ältestenrat, ein Gremium, um das die 08er von anderen Vereinen lange Zeit beneidet wurden. Die Senioren, bei denen es sich teilweise noch um Gründungsmitglieder handelte, kümmerten sich um alles, was anstand, und waren sich nach den Spielen auch für die Reinigung des Sportgeländes nicht zu schade. Zu ihrem Vorsitzenden wählten sie zunächst Oskar Schäfer, dem 1968 Heinrich Valceschini in dieser Funktion folgte.

Der 1892 geborene Oskar Schäfer war eine der größten Persönlichkeiten der Haßlocher Vereinslandschaft. Nach dem ersten Weltkrieg gehörte er zunächst dem Oberligisten Karlsruher FV an. Berufliche Veränderungen ließen ihn zunächst 1919 zum Freiburger FC wechseln, und 1921 folgte aus den gleichen Gründen der Umzug nach Haßloch. Von 1927 bis 1936 gehörte er dem 08-Vorstand an und vertrat danach auch die Fußballer im Vorstand des Großvereins VfL Haßloch. Außerdem war er Gründungsmitglied des Motorclubs Haßloch und war damals bereits 27 Jahre Mitglied des Pfälzerwaldvereins. Aus diesem Grund ernannte Volkmer den mittlerweile 76jährigen Schäfer 1968 auch zum ersten Ehrenvorsitzenden nach der Wiedergründung des FC 08 als eigenständigen Verein.

Höhepunkt der anlässlich der 60-Jahr-Feier organisierten Sportwoche war am 6. Juni 1968 ein Freundschaftsspiel der ersten Mannschaft gegen den Regionalligisten SV Waldhof 07. Den 08ern wurde zwar nach dem Spiel eine gute Leistung bescheinigt, aber trotzdem siegten die Profis aus Mannheim mit 4 : 0. Mittelstürmer Treutlein gelang bereits in der fünften Minute das erste Tor, dem Linksaußen Bartels in der zwölften und 28. Minute zwei Treffer zum 0 : 3-  Pausenstand folgen ließ. Dem gleichen Spieler war es vorbehalten, in der 81. Minute den Endstand herzustellen. Auf Haßlocher Seite bedauerte man, dass vor der Pause Spielertrainer Klaus Dieter Viehl, Gerd Rieger und Hans Herrmann in aussichtsreicher Position jeweils am guten Waldhof-Schlussmann Grün gescheitert waren und auch der nach der Pause durch Einwechselspieler Gerd Ackermann ausgeübte Druck leider ohne Erfolg geblieben war.

Wie bei der 50-Jahr-Feier zehn Jahre zuvor erinnerte man sich erneut daran, dass 1908 gegen Iggelheim alles begann, und vereinbarte auch gegen den Lokalrivalen wieder ein Jubiläumsspiel. Dieses gewannen die 08er durch Tore von Rieger, Herrmann, Brauch und Reichenecker mit 4 : 3.

Unmittelbar nach den Jubiläumsfeierlichkeiten des Jahres 1968 sollte für den 1. FC 08 Haßloch das bisher erfolgreichste Jahrzehnt der gesamten Vereinsgeschichte beginnen. Nach dem ersten Spieltag der Saison 1968/69 in der A-Klasse Mitte sah es allerdings noch nicht danach aus, denn  zum  Auftakt  verloren  die 08er  am 18. August  beim  TSV Lingenfeld mit

1 : 2. Danach  dürfte kaum jemand damit gerechnet haben, dass es bei den weiteren 29 Punktspielen nur noch eine weitere Niederlage geben sollte, nämlich am 17. November, als das Spitzenspiel bei TuS Altrip trotz zwischenzeitlicher 2 : 1 – Führung noch mit 2 : 3 verloren wurde.

Nach der Vorrunde belegten die Haßlocher noch den vierten Tabellenplatz, aber wie 1952/53 folgte eine hervorragende Rückserie, in der die 08er kein Spiel mehr verloren. Erst am 9. Mai 1969 schafften sie allerdings erstmals den Sprung auf den ersten Rang. Während der bisherige Spitzenreiter Altrip am drittletzten Spieltag in Dannstadt nur ein Unentschieden erreichte, gelang den Haßlochern bei Absteiger ASV Waldsee dank des einzigen Saisontreffers des Verteidigers Kurt Brechtel kurz vor Schluss ein 2 : 1 – Sieg, wodurch nun die Meisterschaft aus eigener Kraft erreichbar war. Zunächst folgte gegen Angstgegner SV Geinsheim eine wahre Nervenschlacht, bei der trotz zwischenzeitlichem 0 : 1 – Rückstand zunächst Youngster Klaus Langohr der Ausgleich gelang. Zwei Tore von Mittelstürmer Hans Brauch und noch ein Gegentreffer sorgten schließlich für einen 3 : 2 – Sieg. Im letzten Spiel gelang den 08ern schließlich am 18. Mai dank Toren von Rieger (2), Reichenecker und Brauch ein 4 : 1 – Erfolg bei TuS Mechtersheim, wodurch mit am Ende 50 : 10 Punkten und 78 : 23 Toren die Meisterschaft und der Wiederaufstieg in die II. Amateurliga perfekt waren.

Wesentlichen Anteil an dem Erfolg schrieb man dem damaligen Spielertrainer Klaus Dieter Viehl zu. Der damals 27jährige war im November 1967 vom SV Alsenborn, bei dem unter anderem Fritz Walter zu seinen Trainern gehörte, nach Haßloch gekommen. 08-Vorsitzender Heinrich Volkmer beschrieb ihn wie folgt: „Er ist kein eisenharter Haudegen, sonder besticht vielmehr durch seine spielerische Brillanz. Seine Erfahrung und die ungemein scharfen Torschüsse aus der zweiten Reihe haben der Mannschaft wichtige Punkte gebracht, die zur Erringung der Meisterschaft mitentscheidend waren.“

Torschützenkönig wurde Hans Herrmann mit 19 Toren, gefolgt von Hans Brauch mit 14 und Gerd Ackermann mit 13 Treffern. Torwart Hans Andörfer blieb während der Saison 810 Spielminuten ohne Gegentor. Weiterhin bezeichnete Volkmer Spielführer Peter Valceschini in seiner besonnenen Spielweise, den zähen Gerd Rieger und das hoffnungsvolle Nachwuchstalent Werner Litzel als Rückgrat der Meisterelf. Nicht zu vergessen sei die Abwehr mit dem ehrgeizigen Adolf Hammann, dem routinierten Hans Volz, dem übersichtlichen Kurt Brechtel und dem leider oft verletzten Axel Adrian.

Abgerundet wurde der große Erfolg des Jahres 1969 dadurch, dass die I b – Mannschaft zeitgleich Meister der C-Klasse Neustadt wurde. Im Juni organisierte man deshalb erneut einen Festabend, für den zahlreiche regionale Stimmungskanonen wie der Mannheimer Alex Schuhböck und der neunjährige Alex Stuhlfauth aus Lachen als pfälzischer „Heintje“ engagiert wurden.

Mit dem Wiederaufstieg in die Zweite Amateurliga gelang es dem 1. FC 08 Haßloch im Jahre 1969, endlich auch wieder mit dem VfB Haßloch gleichzuziehen. Der 1951 ins Leben gerufene Lokalrivale vom Eichelgarten befand sich seit seiner Gründung in einem Aufwärtstrend, denn 1954 war dieser zunächst in die B-Klasse, 1960 in die A-Klasse und 1965 in die höchste Spielklasse auf Bezirksebene, in welche die 08er nun nach fünfjähriger Abstinenz zurückgekehrt waren, aufgestiegen.

Die Saison 1969/70 begann zunächst mit einer Generalversammlung, bei der Heinrich Volkmer als Vorsitzender ebenso wie dessen Stellvertreter Lothar Hauck wiedergewählt wurden. Neu war allerdings, dass man das Amt eines dritten Vorsitzenden schuf, welches man mit Heinz Bug besetzte. Außerdem stellte man den ebenfalls in ihren Positionen als Spielausschussvorsitzenden bestätigten Herbert Müsel und Erich Maldinger mit Robert Keck einen sogenannten Fußballobmann zur Seite.

Der sportliche Saisonauftakt verlief aufgrund einer 0 : 2 – Heimniederlage gegen Bavaria Wörth zwar nicht  wie  erhofft,  aber  nach  drei  anschließenden  Siegen  beim  ASV Maxdorf

(5 : 1), gegen den MSV Ludwigshafen (1 : 0) und den SV Oberhausen-Barbelroth (4 : 2) konnte man sich schnell von der Abstiegszone absetzen. Am 28. Oktober 1969 kam es schließlich zum mit Spannung erwarteten Lokalderby gegen den VfB, welches die 08er vor 2000 Zuschauern vor heimischem Publikum durch Tore von Hans Herrmann (8.), Peter Valceschini (68.) und einen von Gerd Rieger verwandelten Foulelfmeter (72.) überraschend deutlich mit 3 : 0 gewannen. Danach gab es zwar auch noch einige Rückschläge, aber letztendlich beendete der FC 08 die Saison mit ausgeglichenem Punktekonto als Tabellenelfter, wodurch das Ziel Klassenerhalt sicher erreicht wurde. Dadurch konnte man auch verschmerzen, dass es im Rückspiel beim VfB am 21. März 1970 eine 2 : 3 – Niederlage gab.

In die Saison 1970/71 mussten die 08er mit einem neuen Trainer gehen, denn der bisherige Spielertrainer Klaus-Dieter Viehl schied auf eigenen Wunsch aus. Außerdem verließ mit Stürmer Hans Brauch, der beim FV Hanhofen das Amt des Spielertrainers übernahm, ein langjähriger Stammspieler den Verein. Neuer Coach wurde Werner Ditsch, welcher zuvor Vertragsspieler beim Regionalligisten FV Speyer war. Mit Manfred Weitzel von der Amateurmannschaft des 1. FC Kaiserslautern sowie dem von Absteiger VfL Neustadt nach Haßloch gewechselten Werner Säftel kam jedoch schlagkräftiger Ersatz ins Großdorf. Darüber hinaus war man auf die Weiterentwicklung des aus der eigenen A-Jugend hervorgegangenen Talents Winfried Volkmer gespannt.

Die Verpflichtung von Ditsch erwies sich jedoch schnell als gegenseitiges Missverständnis, da die 08er die hohen Anforderungen des neuen Trainers an die Infrastruktur weder erfüllen konnten noch wollten, was sich auch auf die anfänglichen Ergebnisse niederschlug. Ditschs Nachfolger Albert Kelchner führte die 08er schließlich vom letzten Tabellenplatz noch auf den fünften Rang der Abschlusstabelle. Dabei gab es zwischenzeitlich eine Serie von acht Siegen in Folge.

Neben den Duellen mit dem späteren Meister TuS Altrip gehörten auch in der Saison 1970/71 die Duelle mit dem VfB wieder zu den Höhepunkten. Zur Freude der 08-Fans gelang zunächst am  24. Oktober 1970  durch  Tore  von  Säftel (27.),  Ackermann (53.) und  Seiberth (77.) ein

3 : 0 – Sieg am Eichelgarten, und am 14. März 1971 sorgten Rieger (17.), ein von Säftel verwandelter Foulelfmeter (77.) und Ackermann (90.) bei einem Gegentreffer von Meder (71.) für einen 3 : 1 – Heimsieg. Der Lokalrivale musste am Ende froh sein, als Viertletzter knapp den Klassenerhalt gesichert zu haben.

Zuvor war es im Frühjahr 1970 zu einer revolutionären Entwicklung gekommen, denn inzwischen waren auch Haßlocher Frauen und Mädchen auf die Idee gekommen, Fußball zu spielen. Der Vorstand der 08er war davon allerdings zunächst wenig begeistert. Im Juni gab er deshalb folgende heute kurios klingende Pressemitteilung heraus:

„In der letzten Vorstandssitzung hat sich auch der 1. FC 08 mit dem Problem Damenfußball befasst. Nach einem Beschluss soll den ballverliebten und begeisterten Mädchen und Frauen auch beim FC 08 Gelegenheit geboten werden, diesem Sport huldigen zu können. ... Erster Treffpunkt der angehenden weiblichen Fußballer ist am Mittwoch (8. Juli) um 20 Uhr im 08-Clubhaus zu einer Aussprache.“

Die Haßlocherinnen setzten ihr Vorhaben schließlich in die Tat um, und am 13. Juli 1970 fand auch unter Leitung des früheren Spielers Willi Deigentasch die erste Trainingseinheit statt. Hierzu fand sich eine beachtliche Zuschauerkulisse auf dem 08-Gelände ein. Die sich meist noch im Teenageralter befindenden Fußballerinnen waren dabei durchaus von ihren Fähigkeiten überzeugt und gaben sich in ihren ersten Interviews sehr selbstbewusst. „Ich habe schon viel im Schwimmbad gespielt und verstehe mit dem Ball umzugehen,“ meinte beispielsweise die vierzehnjährige Erika Liebel. Die zwei Jahre ältere Iggelheimerin Traudel Hauptmann habe sich schon oft unter die Jungs gemischt und dabei Erfahrungen gesammelt. „Mein Vorbild ist Italienprofi Karlheinz Schnellinger,“ erklärte sie. Gretel Hick, mit 26 Jahren eine der älteren Spielerinnen, habe die Sportart gewählt, da sie davon ausgehe, dass es nicht so hart zugehe wie bei den Männern.

Als Multitalent outete sich Ute Bub (14), da sie gleichzeitig auch noch Handball spielte „Ich möchte Rechtsaußen spielen,“ glaubte die spätere Jugendleiterin der 08er, ihre zukünftige Position bereits früh erkannt zu haben. Christa Oberling (16) war die einzige, die etwas Negatives ansprach, denn ihr erschien das Tor einfach zu groß.

Nachdem die Fußballerinnen sich in ihrem mit Spannung erwarteten ersten Punktspiel gegen den SV Geinsheim  1 : 1 – Unentschieden getrennt hatten, kam es im weiteren Saisonverlauf auch zu Lokalderbys gegen den VfB, da dieser inzwischen ebenfalls über eine Frauenmannschaft verfügte. Im Hinspiel auf dem 08-Gelände brachten Monika Diehl und Gretel Hick die Gastgeberinnen zwar mit 2 : 0 in Führung, aber Tore der VfB-Damen Karla Thron, Gisela Strobel und Roswitha Rau sorgten noch für einen 3 : 2 – Sieg der Gäste.

Heute gehört Frauenfußball beim FC 08 längst der Vergangenheit an, denn noch in der ersten Hälfte der 70er Jahre wurde diese so erwartungsvoll gestartete Mannschaft wieder abgemeldet.

Die Saison 1971/72 sollte für die Haßlocher Fußballfans die bis dahin interessanteste der Geschichte werden, denn sowohl der 1. FC 08 als auch der VfB Haßloch mischten von Anfang an in der Spitzengruppe der Zweiten Amateurliga mit. So erreichten die 08er in der Abschlusstabelle wie im Vorjahr den fünften, der VfB als bis dahin größten Erfolg sogar den dritten Rang. Im Sommer 1972 durfte sich der Verein vom Eichelgarten allerdings für viele Jahre zum letzten Mal freuen, am Saisonende vor dem großen Lokalrivalen platziert zu sein.

Ein Jahr zuvor präsentierte 08-Trainer Albert Kelchner den Fans fünf Neuzugänge, von denen einer die weitere Geschichte noch maßgeblich beeinflussen und alle bis dahin errungenen Erfolge in den Schatten stellte. Dabei handelte es sich um den damals 25 Jahre alten Peter Schlegel, welcher ursprünglich aus dem FC Palatia Böhl hervorging. Eine weitere wesentliche Verstärkung war der vom VfL Neustadt verpflichtete Rudi Noppenberger (21), der den Abgang des großen Stürmertalents Gerd Ackermann zum FV 1921 Haßloch mehr als wettmachte.

Außer den Punktspielen sorgten die 08er endlich auch einmal wieder in einem Pokalwettbewerb für Aufsehen. Durch Tore des zu Saisonbeginn aus der eigenen A-Jugend hervorgegangenen Theo Nessel (40.) und einen Kopfball Noppenbergers nach Nessel-Flanke (78.) gewannen die Haßlocher zunächst am Karsamstag des Jahres 1972 das Halbfinalspiel des Bezirkspokals Vorderpfalz gegen den SV Viktoria Herxheim mit 2 : 0 und zogen dadurch in das Endspiel ein. In diesem trafen sie dann  vor 2500 Zuschauern in Böhl auf die lediglich der A-Klasse angehörende SpVgg. Rödersheim. Die favorisierten Haßlocher gingen auch in der 15. Minute durch einen Weitschuss von Peter Valceschini standesgemäß mit 1 : 0 in Führung, aber nur eine Minute später gelang Horst Lauer der Ausgleich. Als sich viele bereits auf ein Elfmeterschießen eingestellt hatten, markierte der eingewechselte Rödersheimer Biebertz acht Minuten vor dem Ende der Verlängerung den 2 : 1 – Siegtreffer.

Trotz dieser Endspielniederlage blieben die 08er im Pokalgeschäft, denn durch ein 5 : 2 nach Elfmeterschießen gegen den FSV Schifferstadt und einen 2 : 1 – Sieg gegen den VfR Kaiserslautern, bei dem ein Weitschuss Noppenbergers (53.) und ein toller Treffer des Außenverteidigers Gerd Strub nach einem Sololauf über das halbe Spielfeld zu den beiden Toren führte, hatten sie zwischenzeitlich die Qualifikationsrunde für die Spiele um den DFB-Pokal auf Regionalebene erfolgreich überstanden. Nächster Gegner war dann am 22. Juli 1972 in einem weiteren Heimspiel der von Georg Gawliczek trainierte Regionalligist SV Südwest Ludwigshafen.

Manchem Haßlocher Fan dürfte im Vorfeld dieser Partie mulmig gewesen sein, denn ein Jahr zuvor hatte ihr Team gegen den gleichen Gegner ein Testspiel mit 0 : 8 verloren. Außerdem fielen mit Gerd Laque, Klaus Langohr und Otto Wipprecht drei sich in Urlaub befindende Stammspieler aus. Vor 1200 Zuschauern lieferten die 08er den Profis jedoch einen großen Kampf und ließen lediglich in der 48. Minute nach einer Unachtsamkeit einen Gegentreffer durch den Jugoslawen Muratovic zu. Dieser sollte den  Gästen  jedoch  zu  einem  glücklichen

1 : 0 – Sieg reichen.

Die Saison 1972/73 begann für den 1. FC 08 Haßloch mit einem Trainerwechsel. Die Nachfolge von Albert Kelchner wurde intern geregelt, denn der ein Jahr zuvor zu den 08ern gewechselte Spieler Peter Schlegel wurde zum Spielertrainer befördert. In dieser Funktion sollte er zunächst sieben Jahre in Folge tätig sein und den Traditionsclub zu dessen bis heute größten Erfolg führen.

Hauptaufgabe Schlegels war es zunächst, die erste Mannschaft zu verjüngen. In der Vorrunde tat sich die neuformierte 08-Elf deshalb auch sehr schwer und konnte von den 17 vor dem Jahreswechsel ausgetragenen Punktspielen nur drei gewinnen. Mit 14 : 20 Punkten und damit nur einem Punkt Vorsprung auf den Tabellenvorletzten VfB Iggelheim beendete sie das Jahr 1972 und sollte dadurch stark abstiegsgefährdet in die Rückrunde starten. Die beiden letzten Vorrundenspieltage waren übrigens am zweiten Weihnachtsfeiertag und an Silvester angesetzt – eine Terminierung, die heute kaum noch vorstellbar ist.

Als die 08er am 24. Spieltag nach der 1 : 2 – Niederlage im Hinspiel auch das Rückspiel auf eigenen Gelände gegen den VfB mit dem gleichen Ergebnis verloren, gerieten sie erneut in starke Abstiegsgefahr. Die letzten zehn Spiele sollten dann jedoch die Wende bringen. Beginnend mit einem völlig unerwarteten 1 : 0 – Sieg beim MSV Ludwigshafen durch einen Treffer von Gerd Strub in der 89. Spielminute begann eine Erfolgsserie von acht Siegen und zwei Unentschieden, welcher der Schlegel-Elf in der Abschlusstabelle noch den vierten Rang einbrachte. Großen Anteil an diesem grandiosen Endspurt hatte Neuzugang Klaus Steinmüller mit zahlreichen Toren.

Mit großer Euphorie ging die Schlegel-Elf deshalb auch in die Saison 1973/74, in welcher zwar erneut der Start misslang, aber am Ende der größte Erfolg seit der Wiedergründung als eigenständiger Verein stehen sollte. Punktgleich mit dem VfR Grünstadt belegten die 08er nach dem letzten Spieltag den ersten Tabellenplatz, wodurch ein Entscheidungsspiel um die Meisterschaft und den damit verbundenen Einzug in die Qualifikationsrunde um den Aufstieg fällig wurde. Dieses wurde am 5. Mai 1974 auf der Bezirkssportanlage Ludwigshafen-Oggersheim ausgetragen.

2500 Zuschauer interessierten sich für diese Begegnung und sahen zunächst wie Grünstadts Spielertrainer Wolfgang Röhring seine Mannschaft in der 16. Minute mit 1 : 0 in Führung brachte. Ein herrlicher Weitschuss von Kurt Keck und ein Kopfballtor von Klaus Steinmüller drehten jedoch das Spiel zunächst und ließen die 08er mit einer 2 : 1 – Pausenführung in die Kabinen gehen. Dieser Vorsprung hielt auch bis zur 73. Minute, aber dann traf der Ex-Alsenborner Röhring erneut, zunächst zum 2 : 2 und sieben Minuten später sogar zum 3 : 2 für den VfR. Dies konnte jedoch Werner Säftel in der  letzten  Spielminute per  Kopfball  zum

3 : 3 ausgleichen, wodurch das Spiel in die Verlängerung ging. In dieser köpfte Säftel zunächst gegen den Pfosten (95.) und vergab dadurch die Möglichkeit zur erneuten Führung. Besser machten es die Grünstadter, deren Torjäger Wulf Buermann zehn Minuten später einen Foulelfmeter zum 4 : 3 – Endstand verwandelte. Nach 1961 – damals noch als Fußballabteilung der TSG – vergaben die 08er damit zum zweiten Mal in einem Entscheidungsspiel die Chance, erstmals in die Erste Amateurliga aufzusteigen.

Bei der 1974 nach dem verpassten Aufstieg abgehaltenen Generalversammlung gab es einen Führungswechsel. Der 1968 als Vorsitzender gewählte Heinrich Volkmer kandidierte dabei aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für dieses Amt und wurde von Hans Drewitz beerbt. Bei den Wahlen, die insgesamt gerade einmal 20 Minuten dauerten, wurden weiterhin unter anderem Herbert Müsel als zweiter Vorsitzender, Walter Volkmer als Spielausschussvorsitzender und Alex Repp als Jugendleiter gewählt.

Noch unter Volkmer wurde zuvor eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Die Gemeinde Haßloch bat nämlich den 1. FC 08, ihr das zweite Spielfeld zurückzugeben, da ein Investor sein Interesse daran geäußert hätte, auf diesem Gelände einen Möbel-Supermarkt zu errichten. Durch die bereits im Gemeinderat genehmigte Ansiedlung des Massa-Marktes in unmittelbarer Nähe des 08-Geländes sah man den an Nachmittagen auf dem Hartplatz trainierenden Nachwuchs dadurch zunehmend Abgasen vieler Kraftfahrzeuge ausgesetzt. Der Vorstand wurde letztendlich mit überwältigender Mehrheit ermächtigt, Verhandlungen mit der Gemeinde aufzunehmen.

Diese Entscheidung wurde vor allem dadurch beeinflusst, dass die 08er zwischenzeitlich westlich des Hauptspielfeldes mit dem Bau eines dritten Spielfeldes beginnen durften. Als dieser heutige zweite Rasenplatz 1975 eingeweiht wurde, war eine Veräußerung des Hartplatzes bereits kein Thema mehr, denn die Möbelfirma siedelte sich letztendlich südöstlich des Massa-Marktes an. In diesem Gebäude befindet sich heute unter anderem das Medizentrum. Die 08er konnten sich letztendlich fortan darüber freuen, eine aus drei Plätzen bestehende Anlage zu verfügen.

Außer Veränderungen in der Vorstandschaft gab es 1974 auch eine Reform der oberen Spielklassen. So wurden die fünf Regionalligen abgeschafft und durch eine zweigleisige Zweite Bundesliga ersetzt, die Erste Amateurliga Südwest in Südwestliga und die Zweite Amateurliga in Bezirksliga Vorderpfalz umbenannt. In letzterer mussten die 08er in der Saison 1974/75 erneut antreten und erreichten als Tabellendritter der Abschlusstabelle erneut ein herausragendes Ergebnis.

Die anschließende Spielzeit 1975/76 sollte jedoch alles in den Schatten stellen, was man zuvor erreichte. Bereits vom ersten Spieltag an lief es hervorragend, denn nach einem 5 : 1 – Auswärtssieg beim FC Leimersheim setzte sich die Schlegel-Elf sofort an die Tabellenspitze. Weitere Siege gegen den SV Maudach (3 : 1), bei Phönix Bellheim (2 : 0) und beim FV Germersheim (4 : 2) sorgten bis zum 7. September 1975 für ein Punktverhältnis von 8 : 0. Eine 0 : 1 –Heimniederlage gegen den FSV Oggersheim leitete allerdings eine kleine Durststrecke ein, und nach dem 2 : 2 – Unentschieden im Lokalderby gegen den VfB führten nach dem elften Spieltag fünf Mannschaften punktgleich die Tabelle an. Danach lief es jedoch wieder besser, und nach dem 2 : 1 – Heimsieg gegen den VfL Hainfeld und den aus Haßlocher Sicht optimalen Ergebnissen der eine Woche später angesetzten Nachholspiele war am 21. Dezember die Herbstmeisterschaft perfekt. Darüber hinaus durfte sich Spieltrainer Peter Schlegel am gleichen Wochenende darüber freuen, von Paul Kaps als Vertreter von RHEINPFALZ-Verlag und –Chefredaktion den Siegerpokal für die Wahl zum „Sportler des Jahres 1975“ überreicht bekommen zu haben.

Die offizielle Meisterschaftsfeier fand schließlich im Feuerwehrgerätehaus statt. 1000 Besucher, unter denen sich auch die beiden Bundestagsabgeordneten Peter Büchner und Dr. Georg Gölter befanden, sorgten für ein volles Haus. Die Moderation übernahm Karlheinz Becker vom HCV, die musikalische Umrahmung lag in den Händen der Sängervereinigung. Hans Andörfer, Klaus Langohr und Werner Litzel, die bereits 1969 am Aufstieg in die zweite Amateurliga beteiligt waren, wurden von dem 08-Vorsitzenden mit der goldenen Nadel, Peter Valceschini sogar mit einem Wappenteller geehrt.

Wenige Tage später präsentierte der FC 08 seinen Fans gleich einen prominenten Neuzugang für die neue Saison. Hierbei handelte es sich um Torwart Werner Michelbach, der vom 1. FC Kaiserslautern nach Haßloch wechselte und für den FCK auch ein Bundesligaspiel bestritten hatte. Am 20. Januar 1973 war er in der 56. Minute des Heimspiels gegen den Wuppertaler SV eingewechselt worden. Michelbach hätte sich damals allerdings sicher nicht träumen lassen, dass er von dem Haßlocher Nachwuchstorhüter Günter Löchner letztendlich verdrängt werden sollte.

Beim ersten Pflichtspiel des Jahres 1976 handelte sich um ein Achtelfinalspiel des Wettbewerbes um den Bezirkspokal Vorderpfalz. Dieses verloren die 08er am 4. Januar zu Hause gegen den Ligarivalen Phönix Bellheim mit 0 : 2, und auch in den ersten Punktspielen der Rückrunde hatte der frischgebackene Herbstmeister mehr Probleme als erwartet. So folgten einem knappen 3 : 2 – Heimsieg gegen den FC Leimersheim eine 1 : 2 – Niederlage beim SV Maudach,  ein  torloses  Unentschieden im  Spitzenspiel  gegen  Bellheim  und   eine

 0 : 1 - Schlappe in Rheinzabern. Dadurch fand sich die Schlegel-Elf nach dem 22. Spieltag zunächst einmal nur noch auf dem dritten Tabellenplatz wieder.

Auch nachdem sie am 24. März vor 2000 Zuschauern durch ein Tor von Noppenberger (26.) Tabellenführer VfL Neustadt auf eigenem Gelände mit 1 : 0 besiegt und sechs Tage später auch das Rückspiel beim VfB wie die Hinrundenbegegnung mit einem 2 : 2 – Unentschieden geendet hatte, belegte sie lediglich den dritten Rang.

Die danach beginnende Schlussphase der Saison 1975/76 war an Spannung kaum noch zu überbieten, denn drei Spieltage vor dem Ende hatten noch fünf Mannschaften Chancen auf die Meisterschaft. Hinter Spitzenreiter Phönix Bellheim lauerte mit dem VfL Neustadt, den 08ern und dem FSV Oggersheim ein punktgleiches Trio, das nur einen Zähler weniger als Bellheim auf dem Konto hatte. Mit wiederum nur einem Punkt weniger hatte sogar noch der Fünftplatzierte SV Geinsheim noch Chancen auf den Aufstieg.

Am 32. Spieltag zogen die Haßlocher durch einen 3 : 2 – Sieg in Dudenhofen mit Bellheim nach Punkten gleich. Da beide eine Woche später siegreich blieben, kam es erst am letzten Spieltag zur Entscheidung. Am 16. Mai verlor schließlich Bellheim beim abstiegsgefährdeten FC Leimersheim mit 2 : 4, und die 08er gewannen gleichzeitig beim VfL Hainfeld nach Treffern von Klaus Langohr (20.), Rudi Noppenberger (36.) und Werner Litzel (84.) mit 3 : 1. Dadurch waren die Meisterschaft und der erstmalige Aufstieg in die dritthöchste Spielklasse- die damalige Südwestliga - perfekt. Ein aus zwölf Personenwagen bestehender Triumphzug legte zeitweise den Straßenverkehr lahm, und am Abend wurde der bis heute größte Erfolg einer Haßlocher Fußballmannschaft im auf dem Massa-Parkplatz errichteten Festzelt des HCV ausgiebig gefeiert. Hinzu kam, dass Spielertrainer Peter Schlegel dabei auch noch dessen einen Tag zuvor begangenen 30. Geburtstag feiern durfte.

In der „RHEINPFALZ“ vom 22. Mai 1976 war in der damals immer samstags auf der Haßlocher Seite erscheinenden Rubrik „Unter der Lupe“ folgendes zu lesen: „Man lernt in Haßloch jetzt ein ganz neues Fußballgefühl kennen. Für den FC 08 sind die Zeiten vorbei, wo man auf Plätzen antreten musste, deren Ausmaße nur über sehr krumme Daum und peilen und deren Beschaffenheit manchmal von gut gepflegten Spargeläckern nur durch die Höhe der Hügel zu unterscheiden sind.“ Ab sofort sollten die Gegner eben nicht mehr Hainfeld, Leimersheim oder Neuhofen, sondern unter anderem 1. FC Kaiserslautern Amateure, FSV Mainz 05 und Wormatia Worms heißen.

Am 15. August 1976 begann dann das Abenteuer Südwestliga für den 1. FC 08 mit einem Heimspiel gegen Hassia Bingen. Jörn Kaminke brachte die Rheinhessen in der 44. Minute vor 1200 Zuschauern mit 1 : 0 in Führung, aber noch vor der Pause gelang Klaus Steinmüller per Kopfball der Ausgleich zum 1 : 1 – Halbzeitstand. Eine Viertelstunde vor Schluss fiel jedoch das 1 : 2, was auch den Endstand bedeuten sollte. Drei Tage später folgte jedoch ein 1 : 0 – Sieg beim SVW Mainz, welcher den Haßlochern doch Mut für die kommenden Aufgaben geben sollte. In ihrem dritten Spiel trafen sie dann zu Hause auf Wormatia Worms und lagen bis zur 75. Spielminute nach Treffern von Winfried Speicher (2) und Klaus Thomas sogar mit 3 : 1 in Führung, mussten sich jedoch am Ende noch mit einem 3 : 3 begnügen. Spätestens jetzt war jedoch jedem klar, dass die 08er auch für frühere Proficlubs auf jeden Fall ein ernstzunehmender Gegner sein sollten. Lediglich fünfmal verloren sie mit mehr als zwei Toren Unterschied und erreichten übrigens auch im Rückspiel in Worms ein Remis (Endstand 1 : 1). Außer den zwei Duellen mit dem späteren Meister aus der Nibelungenstadt dürfte den älteren 08-Anhängern noch das Gastspiel der FCK-Amateure im Großdorf in Erinnerung sein, denn bei der 0 : 4 – Heimniederlage vom 30. Januar 1977 wirkte auch der spätere Nationalspieler Hans-Peter Briegel mit und erzielte auch in der 40. Minute ein Tor zum Zwischenstand von 0 : 3. Das Saisonziel Klassenerhalt wurde letztendlich als Dreizehnter der Abschlusstabelle erreicht.

Vor der Saison 1977/78 war klar, dass nur eine weitere enorme Leistungssteigerung den Status der Drittklassigkeit bewahren würde. Für 1978 war nämlich vom Deutschen Fußball-Bund eine erneute Neuordnung der Spielklassen beschlossen. So sollten die bisherigen dritthöchsten Ligen zukünftig durch acht Oberligen ersetzt werden. Dies bedeutete, dass die 08er unter die ersten sechs Mannschaften kommen mussten, um weiterhin drittklassig zu bleiben.

Nach dem sechsen Spieltag der Saison 1977/78 sah es noch danach aus, als sollten die 08er im Kampf um die Qualifikation für die Oberliga Südwest eine gute Rolle spielen können. Als der Schlegel-Elf  am  28. August  gegen  Schlusslicht  1.  Sobernheimer FC ein  sensationeller

9 : 0 – Heimsieg gelungen war, belegte sie mit 6 : 4 Punkten und einem Spiel weniger den siebten Tabellenplatz. Drei Tage später kam es jedoch an der Lachener Straße zum Nachholspiel gegen Eintracht Bad Kreuznach, und der frühere Zweitligist von der Nahe gewann mit 8 : 1. Dies sollte bis heute die höchste Niederlage in einem Punktspiel seit der Wiedergründung bleiben.

Nach der 0 : 5 – Niederlage beim FSV Mainz 05 vom 18. September hatte man mit 8 : 10 erstmals ein negatives Punktekonto, rappelte sich aber dank eines anschließenden 5 : 1 – Sieges gegen Abstiegskandidat SV Guntersblum erneut wieder auf und war auch nach dem 16. Spieltag als Siebtplazierter immer noch gut dabei. Eine bessere Platzierung sollte es jedoch bis zum Saisonende nicht mehr geben. Bis in den März 1978 hinein betrug der Rückstand zum sechsten Rang zwar immer nur sechs oder sieben Punkte, so dass es noch lange Zeit spannend blieb.

 

1978 – 1987

 

Nachdem jedoch die am Karsamstag und Ostermontag des Jahres 1978 angesetzten Nachholspiele gegen den Ludwigshafener SC (1 : 4) und in Idar-Oberstein (0 : 3) verloren wurden, waren es schon zehn Zähler, und als es am 2. April durch eine 1 : 4 – Schlappe bei den FCK-Amateuren die dritte deutliche Niederlage in Folge setzte, war endgültig klar, dass der FC 08 kein Gründungsmitglied der Oberliga Südwest werden sollte. Letztendlich beendeten die Haßlocher ihr zweites Südwestligajahr als Tabellenfünfzehnter und kamen dadurch in die ebenfalls neugeschaffene Verbandsliga Südwest, der sie viele Jahre angehören sollte. Bevor sie in dieser im August wieder den Spielbetrieb aufnahmen, sollte es am 6. Mai 1978 noch einmal zu einem weiteren Höhepunkt der Vereinsgeschichte kommen. Anlässlich des siebzigjährigen Bestehens  des  1. FC 08 Haßloch  gastierte  an  diesem  Tag  Bundesligist

  1. FC Kaiserslautern bei der Schlegel-Elf. Trotz schlechten Wetters pilgerten 2500 Zuschauern zum 08-Gelände. Nach dem von den „Roten Husaren“ des HCV gestalteten Vorprogramm sahen diese einen 5 : 1 – Sieg des letztmals vom späteren Nationaltrainer Erich Ribbeck betreuten FCK, bei dem Rainer Geye (2), Heinz Wilhelmi, Heinz Stickel und Peter Schwarz für den Bundesligisten und Wolfgang Braun zum Zwischenstand von 1 : 4 für die 08er trafen. Damit hatten sich die Haßlocher sogar besser als eine Woche zuvor der FC Bayern München aus der Affäre gezogen, denn diese hatte am 29. April im Rahmen des letzten Bundesligaspieltages auf dem Betzenberg mit 0 : 5 verloren ...

Im August nahm der FC 08 dann in der Verbandsliga den Spielbetrieb wieder auf. Die Saison 1978/79 verlief letztendlich weitgehend unspektakulär, denn die Haßlocher gehörten vom Anfang bis zum Schluss dem Mittelfeld an und landeten am Ende mit 35 : 33 Punkten auf dem achten Tabellenplatz.

Am letzten Spieltag sorgte allerdings Paul Hoffmann für eine bis heute gültige Bestmarke. Beim 7 : 0 – Heimerfolg gegen den Tabellendritten FC Rodalben erzielte der Südwestauswahlspieler nämlich alleine fünf Tore.

Im Juni 1979 wurde Peter Schlegel als Spielertrainer des 1. FC 08 Haßloch bei einem Rettichessen im Clubheim verabschiedet. Acht Jahre hatte dieser das 08-Trikot getragen. Aufgrund seiner großen Verdienste wurde er vom Vorsitzenden Hans Drewitz mit dem Ehrenteller bedacht. Nach Peter Valceschini war Schlegel erst das zweite Mitglied gewesen, dem die höchste Auszeichnung des FC 08 verliehen wurde.

Nachfolger Schlegels wurde mit Leander Baumann der bisherige Stammtorhüter des Bezirksligisten VfL Neustadt. Von der Haidmühle brachte er mit Udo Bassemir und Rolf Weinheimer zwar zwei große Talente mit nach Haßloch, aber auch dies konnte nicht verhindern, dass die Saison 1979/80 den Beginn der schwärzesten Epoche seit der Wiedergründung des FC 08 werden sollte. Zwei Weinheimer-Tore verhalfen zum Auftakt zu zwei 1 : 1 – Unentschieden gegen den FC Rodalben und bei Aufsteiger SG Desloch/Jeckenbach, aber danach ging es stetig bergab. In den folgenden elf Spielen holten die 08er lediglich einen Punkt und belegten deshalb nach dem 13. Spieltag abgeschlagen mit nur 3 : 23 Punkten den letzten Tabellenplatz.

Bereits eine Woche vorher war Baumann als Trainer entlassen worden. Nachdem die SG Pirmasens bereits nach acht Minuten in Haßloch mit 2 : 0 führte, wechselte Interimscoach Peter Valceschini Baumann auch als Torwart aus und verhalf dadurch übrigens I b – Keeper Rudi Löchner zu dessen einzigem Verbandsligaeinsatz seiner Karriere. In der Woche darauf reaktivierte man dessen Bruder Günter, welcher fortan wieder die unumstrittene Nummer eins war.

Als neuen Trainer verpflichteten die 08er Egon Hill. Dieser brachte zunächst einmal den Erfolg zurück nach Haßloch, denn einem 1 : 0 – Sieg in Kirchheimbolanden folge ein 3 : 0 auf heimischem Gelände gegen den SVW Mainz. Die Hoffnungen der Fans auf nun wieder bessere Zeiten erfüllten sich jedoch nicht. Die weiteren Auftritte verliefen wieder überwiegend trostlos, und am Saisonende stieg der FC 08 als Vorletzter in die Bezirksliga Vorderpfalz ab.

Trotz aller Tristesse durften sich die Haßlocher trotzdem über einen Titel freuen. So richtete die RHEINPFALZ in der Winterpause erstmals ein Hallenfußballturnier für alle aktiven Mannschaften aus dem Verbreitungsgebiet der Mittelhaardter Rundschau aus. Dieses gewannen die 08er, indem sie am Ende bei der am 6. Januar 1980 bei der in der Pfalzhalle ausgerichteten Endrunde vor 1700 Zuschauern im Endspiel C-Klassen-Vertreter VfL Elmstein mit 5 : 0 besiegten. Seitdem gehört das RHEINPFALZ-Hallenturnier zum festen Bestandteil jeder Saison und wurde im Januar 2015 deshalb auch bereits zum 36. Mal ausgetragen.

Im Mai 1980 gab es schließlich einen Vorstandswechsel. Dabei übergab der 1974 gewählte Hans Drewitz das Amt des ersten Vorsitzenden an Günter Wenz. Dessen erste Amtshandlung war die Verpflichtung von Ex-Profi Bernhard Schwarzweller als Nachfolger des nach nicht einmal einjähriger Tätigkeit in Haßloch zum FV Speyer wechselnden Egon Hill. Schwarzweller hatte in der Saison 1975/75 in allen 38 Punktspielen des damaligen Zweitligisten VfR Mannheim mitgewirkt und in diesen als Abwehrspieler vier Tore erzielt.

Mit dem Abstieg in die Bezirksliga Vorderpfalz musste der 1. FC 08 Haßloch auch einen deutlichen Zuschauerrückgang hinnehmen. Von vierstelligen Besucherzahlen, wie diese bis 1978 noch regelmäßig vorkamen, entfernte man sich immer mehr. Dies lag sicherlich auch daran, dass es weiterhin keine Lokalderbys gegen den VfB geben sollte. Das Gründungsmitglied der Bezirksliga stieg nämlich 1980 ebenfalls ab und gehörte fortan nur noch der A-Klasse Mitte an. Außerdem waren die 08er vom direkten Wiederaufstieg von Anfang an weit entfernt. Die Saison 1980/81 schloss man zunächst als Tabellenachter und die anschließende Spielzeit sogar nur als Dreizehnter des Abschlussklassements ab.

Trotzdem gab es in der zweijährigen Schwarzweller-Ära einige Höhepunkt, denn erstmals seit 1972 sorgte der FC 08 wieder in einem  Pokalwettbewerb für Aufsehen. Durch das Erreichen des Bezirkspokal-Viertelfinales hatte er sich für den Verbandspokal qualifiziert, in dessen erster Runde mit dem VfL Neustadt ausgerechnet der neue Verein von Trainer Peter Schlegel das erste Opfer wurde. Schlegel hatte den VfL 1979 in der Bezirksliga übernommen und gleich in seinem ersten Jahr an der Haidmühle in die Verbandsliga geführt. Diese Spielklasse sollte für die Neustadter nur eine Durchgangsstation sein, denn am 12. Mai 1982 trat der  frischgebackene Meister und Aufsteiger in die Oberliga Südwest zur Erstrundrundenbegegnung an der Adam-Stegerwald-Straße an. Nachdem der Favorit in der ersten Hälfte noch mehr vom Spiel hatte, wurden die 08er nach der Pause immer stärker. Werner Litzel gelang schließlich in der 85. Minute der verdiente Treffer zum 1 : 0 – Endstand.

Nur drei Tage später stand dann beim A-Klassen-Vertreter Bavaria Wörth die nächste Aufgabe im Verbandspokal an. Dort siegten die Haßlocher mit 5 : 1. Rolf Weinheimer hatte dabei alle fünf 08-Tore erzielt. In der dritte Runde gastierte dann am 23. Mai Oberligist Südwest Ludwigshafen in Haßloch. Auch dieser tat sich gegen die Schwarzweller-Elf schwer. Wie zwölf Jahre zuvor kam gegen diesen Verein erneut das Pokalaus. Südwest-Torjäger Krüger erzielte in der 58. Minute den einzigen Treffer dieser Partie.

Immerhin gelang es den 08ern, anschließend noch den Bezirkspokal zu gewinnen. Im Endspiel am 26. Mai im Schifferstadter Porheide-Stadion brachten Weinheimer (11.) und Werner Litzel (48.) die Schwarz-Weißen gegen den Ligarivalen FSV Oggersheim zunächst mit 2 : 0 in Führung. Den Ludwigshafenern gelang zwar noch in der 89. Minute der Anschlusstreffer zum Endstand von 1 : 2, aber mehr war für sie nicht mehr drin. Dadurch durften sich die Haßlocher über den ersten und bisher auch einzigen Gewinn dieses Wettbewerbes freuen.

Bei den Pokalspielen befand sich mit dem früheren Frankenthaler Torjäger Friedel Trapp auch der zukünftige Trainer der ersten Mannschaft unter den Zuschauern. Schwarzweller zog es 1982 zum TB Jahn Zeiskam, so dass erneut ein neuer Coach verpflichtet werden musste.

Unter Trainer Friedel Trapp kam es zum absoluten Tiefpunkt seit der Wiedergründung. Die Saison 1982/83 begann zwar mit einem 3 : 3 gegen den FSV Oggersheim und einem 2 : 1 – Sieg beim SV Ruchheim vielversprechend, aber danach ging es stetig bergab. Teilweise haushohe Niederlagen sorgten bei den Haßlocher Fans regelmäßig für Tristesse. Erstmals richtig unter die Räder kamen die 08er am 12. September 1982, als sie bei der SV Edenkoben mit 0 : 6 verloren. Was folgte, war noch im ersten Saisondrittel unter anderem ein 2 : 8 beim FV Speyer und eine 0 : 4 – Heimpleite gegen Phönix Bellheim.

Nach der 1 : 5 – Niederlage beim FV Dudenhofen rutschten sie am 21. November sogar auf den letzten Tabellenplatz ab. Anschließende Siege gegen TuS Altrip und Arminia Ludwigshafen ließen noch einmal Hoffnung aufkommen, aber diese waren nur ein Strohfeuer. Immerhin gab es am letzten Spieltag noch einmal ein dramatisches Saisonfinale. Mit einem Sieg bei Aufsteiger FSV Offenbach hätten die Haßlocher an diesem verregneten 15. Mai 1983 den Klassenerhalt aus eigener Kraft geschafft  und führten auch nach der ersten Hälfte nach vier Toren von Winfried Speicher mit 4 : 2. Danach kamen die Südpfälzer zwar auf 3 : 4 heran, aber der eingewechselte Weinheimer sorgte 20 Minuten vor Schluss für einen erneuten Zwei-Tore-Vorsprung. Drei Tore des Offenbachers Bernd Kupper innerhalb der letzten zehn Spielminuten führten aber noch zum Endstand von 6 : 5 für die Gastgeber, wodurch die 08er ausgerechnet im Jahr des 75jährigen Bestehens sogar in die A-Klasse Mitte abstiegen.

Immerhin sorgte die Jugendabteilung für einige hervorragende Ergebnisse. So wurde unter anderem die B-Jugend Meister der Bezirksliga und qualifizierte sich dadurch für die Spiele um die Südwestmeisterschaft. Im Halbfinale hieß dabei der Gegner 1. FC Kaiserslautern, gegen den man zwar durch ein 0 : 7 im Rückspiel ausschied, aber  zu  Hause  ein  beachtliches

2 : 2 erreichte. Dieser Mannschaft gehörten nicht nur mehrere spätere Stammspieler der ersten Mannschaft an, sondern mit Uwe Wolf und Stefan Walburg auch zwei Akteure, die später in Diensten des Zweitbundesligisten TSV 1860 München standen. Wolf trainierte u. a. die zweite Mannschaft des Traditionsclubs, Walburg war für diesen als Scout tätig.

In die Saison 1983/84 gingen die 08er schließlich erneut mit einem neuen Trainer. Mit Klaus Steinmüller kehrte einer der Helden der 70er Jahre nach Haßloch zurück und führte die Haßlocher in seiner neuen Funktion als Spielertrainer auch wieder in die Erfolgsspur zurück. Fast hätte es sogar mit dem direkten Wiederaufstieg in die Bezirksliga geklappt. Vor dem letzten Spieltag belegten die Haßlocher punktgleich mit Spitzenreiter FG 08 Mutterstadt den zweiten Tabellenplatz der A-Klasse Mitte, so dass die am 29. April 1984 angesetzten letzten Spiele die Entscheidung bringen mussten. Dank eines Treffers von Steinmüller in der 82. Minute erreichten die 08er beim TSV Lingenfeld ein 1 : 1, aber dieser Punkt reichte nicht, da Mutterstadt beim bereits als Absteiger feststehenden VfB Haßloch durch einen in der Nachspielzeit verwandelten Freistoß mit 1 : 0 gewann.

Die zwei Derbys gegen den VfB, welche die 08er am 23. Oktober 1983 zu Hause mit 3 : 1 und am 11. März 1984 mit 5 : 1 für sich entschieden, sollten für lange Zeit die zwei letzten Punktspiele zwischen  den  beiden  Lokalrivalen  bleiben.  Der VfB  stieg am  Saisonende  mit

3 : 57 Punkten in die B-Klasse Neustadt ab und sollte bis 2011 ausnahmslos mindestens eine Klasse tiefer als die Schwarz-Weißen spielen.

Im Sommer 1984 war beim 1. FC 08 Haßloch die Trainerfrage das beherrschende Thema. 08-Vorsitzender Günter Wenz war zwar mit der Arbeit des erst ein Jahr zuvor verpflichteten Spielertrainers Klaus Steinmüller sehr zufrieden, allerdings hätten dessen finanzielle Forderungen damals gegen eine Weiterbeschäftigung gesprochen. Darüber hinaus befand sich mit Peter Schlegel der Haßlocher Erfolgstrainer der 70er Jahre wieder auf dem Markt. Nach fünfjähriger Tätigkeit beim VfL Neustadt, den er von der Bezirks- bis in die Oberliga geführt hatte, suchte Schlegel eine neue Herausforderung und hatte großes Interesse an einer Rückkehr an die Adam-Stegerwald-Straße.

Da sich Steinmüller außerdem zuviel Bedenkzeit auserbeten habe, um mitzuteilen, wie es weitergehen solle, entschloss sich der 08-Vorstand schließlich , Schlegel zum zweiten Mal zu verpflichten. „Für weniger Geld einen so er erfahrenen Trainer zu bekommen, ist ein Argument, das auch Klaus Steinmüller akzeptieren muss,“ lautete schließlich die offizielle Begründung für den Wechsel.

Schlegel habe besonders die Situation, dass die 08er während seiner Abwesenheit bis in die A-Klasse abgestiegen waren, gereizt, an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren. „Wo gibt es das noch, dass in einem Verein, der den Weg von der Südwestliga bis hinunter in die A-Klasse gehen musste, weder das Vereinsleben, noch die vorhandenen Anlagen zu leiden hatten? Alles ist erhalten geblieben, es wurde eine hervorragende Jugendarbeit geleistet, all das soll nun auch seine Früchte tragen,“ meinte er.

Sofort nach Schlegels Rückkehr stellten sich auch wieder Erfolge ein. Punktgleich mit Spitzenreiter TuS Mechtersheim belegten der FC 08 nach dem letzten Spieltag der Saison 1984/85 den zweiten Tabellenplatz , so dass ein Entscheidungsspiel zwischen diesen beiden Mannschaften um die Meisterschaft fällig wurde. Dieses wurde am 26. Mai auf dem Rasenplatz des FV Hanhofen ausgetragen.

Bei brütender Hitze sorgten bereits vor dem Anpfiff etwa 2000 Zuschauern für eine tolle Atmosphäre. Der einzige Treffer dieses Spiels zum Haßlocher 1 : 0 – Sieg fiel bereits in der zweiten Minute, als Christian Hess nach toller Vorarbeit von Reinhard Walter auf der rechten Seite eine Unachtsamkeit der Mechtersheimer Abwehr zur frühen 08-Führung nutzte. Walter hatte darüber hinaus kurz vor der Pause noch mit einem Lattentreffer Pech. Einer trotz zunehmends nachlassender Kräfte tollen Abwehrleistung und ihres starken Torwarts Roland Fecht hatten es die 08er zu verdanken, dass sie den Vorsprung bis zum Schluss verteidigen konnten und dadurch bereits im ersten Jahr nach der Rückkehr von Trainer Peter Schlegel bereits wieder eine Meisterschaft feiern durften.

Nachdem Schlegel nach seiner Rückkehr zunächst überwiegend auf Routiniers gesetzt hatte, leitete er nach dem Wiederaufstieg im Sommer 1985 eine deutliche Verjüngung der Mannschaft ein. Mit Ralf Bernert, Roger Falk, Michael Faust, Thomas Lichti, Michael Schade, Stefan Valceschini und Stefan Walburg baute er sieben bisherige Jugendspieler in die Stammelf ein. Zusammen mit den bereits im Aufstiegsjahr als Leistungsträger bewährten Thomas und Roland Fecht, Christian Hess und Stefan Krämer baute der Erfolgstrainer eine jungen Kader auf, von dem der Verein noch bis in die 90er Jahre zehren durfte.

Wer befürchtete, die Mannschaft sei für die Bezirksliga zu jung, wurde schnell eines besseren belehrt. Was sich am ersten Spieltag der Saison 1985/86 beim 3 : 1 Heimsieg gegen den FSV Schifferstadt andeutete, setzte sich fort, so dass die jüngste Elf der Liga von Anfang an nichts mit dem Abstiegskampf zu tun hatte. Letztendlich beendete sie die Saison auf dem für einen Aufsteiger hervorragenden fünften Tabellenplatz.

Auch in der zweiten Saison nach dem Wiederaufstieg landete sie am Ende als Achtplatzierter wieder in der oberen Tabellenhälfte. Für Aufsehen sorgte die Mannschaft aber diesmal vor allem im Wettbewerb um den Verbandspokal. In dessen erster Runde traf sie am 20. April 1987 auf den Verbandsligisten VfL Neustadt und fegte diesen trotz frühen verletzungsbedingten Ausscheidens des zu Saisonbeginn von TuS Wachenheim an die Adam-Stegerwald-Straße gewechselten Michael Spilker mit 7 : 0 vom Platz. In Runde zwei kam am 6. Mai erneut ein benachbarter Verbandsligist nach Haßloch, und auch dieser wurde mit 3 : 1 besiegt. Dabei kam es übrigens zu einem Bruderduell, denn von den  ursprünglich aus dem FV 1921 hervorgegangenen Lieberknecht-Brüdern spielte Frank inzwischen bei den 08ern und Jürgen in Geinsheim.

Genau zwei Wochen später musste mit dem SC Hauenstein bereits der dritte Verbandsligist die Heimreise vom 08-Gelände als Verlierer antreten, denn die Elf aus dem Wasgau verlor mit 1 : 2 nach Verlängerung. Als dann in der am 29. Mai angesetzten Viertelfinalbegegnung gegen den Oberligisten FK Clausen 08-Libero Ralf Bernert nach einem nicht anerkannten Tor früh wegen Beleidigung eines Linienrichters die rote Karte sah, rechneten viele Zuschauer nun mit dem Aus, aber trotz Überzahl gelang der Schlegel-Elf, auch den zwei Klassen höher   angesiedelten Gegner zu besiegen. Mit einem fulminanten Freistoß traf Thomas Fecht in der 119. Minute zum Endstand von 1 : 0, wodurch der FC 08 erstmals das Verbandspokal-Halbfinale erreichte.

Als man im Haßlocher Lager erfahren hatte, dass man in der Vorschlussrunde auf den SV Südwest Ludwigshafen treffen sollte, hatte mancher ein ungutes Gefühl, da der 1964 aus der Fusion der beiden Traditionsclubs SV Phönix und TuRa Ludwigshafen hervorgegangene Verein bereits 1972 und 1982 für die 08er in einer bis dahin erfolgreichen Pokalrunde das Aus brachte.

Über 1000 Zuschauern sorgten am 3. Juni 1987 bereits vor dem Anpfiff für eine Atmosphäre, wie man sie zuletzt in den 70er Jahren erlebt hatte, mussten aber mit ansehen, wie die 08er zum dritten Mal gegen den SV Südwest ein Pokalspiel verlor. Thomas Fecht und Michael Faust konnten zwar einen zwischenzeitlichen 0 : 2 - Rückstand ausgleichen, aber nach torloser Verlängerung kam schließlich im Elfmeterschießen das Aus. Die Ludwigshafener gewann anschließend auch das Endspiel und trafen dann zu Beginn der nächsten Saison auf den damaligen Zweitligisten SC Fortuna Köln, gegen den sie allerdings mit 0 : 6 verloren.

Für Aufsehen sorgten bei den Haßlochern in diesen Pokalspielen zwei Spieler, die zuvor niemand auf der Rechnung hatte. Schlegel wagte es nämlich, den A-Jugendlichen Jochen Schröter und den zuvor ausschließlich in der zweiten Mannschaft aufgebotenen Peter Rodach zu nominieren, und wurde erneut für sein Risiko belohnt.

Nach den auch überregional beachteten Leistungen im Verbandspokalwettbewerb wurde die junge 08-Elf, zu der inzwischen mit Klaus Pankraz und Ralf Schneider zwei weitere große Talente von der eigenen A-Jugend gestoßen waren, vor der Saison 1987/88 von vielen Experten zu den Favoriten auf die Meisterschaft gezählt. Die Schlegel-Elf wurde dieser Erwartungshaltung auch vollkommen gerecht und und spielte von Anfang an oben mit.

 

1988 - 1997

 

Als sich die erste Mannschaft am 13. März 1988 durch einen 4 : 2 – Sieg gegen TuS Mechtersheim auf den zweiten Tabellenplatz der Bezirksliga Vorderpfalz vorschob, hatte sie auf Spitzenreiter TSG Eisenberg zwar noch sechs Punkte Rückstand, aber bis zwei Spieltage vor Schluss sollte dieser auf zwei Zähler schrumpfen.

Ausschlaggebend für die Tatsache, dass die 08er noch einmal ins Meisterschaftsrennen eingreifen konnten, war ein 2 : 1 – Erfolg im direkten Duell mit den Nordpfälzern am 8. Mai. Eisenberg nutzte zwar bereits in der fünften Minuten einen Abwehrfehler zur 1 : 0 – Führung, aber die über 700 Zuschauer sahen schließlich, wie Thomas Fecht in der 81. Minute per Foulelfmeter zum 1 : 1 ausglich und Christian Hess in der Nachspielzeit sogar zum 2 : 1 traf.

Das Meisterschaftsrennen war dadurch wieder völlig offen, aber eine Woche später mussten die Haßlocher ihre Aufstiegshoffnungen doch begraben. Trotz einer 1 : 0 – Halbzeitführung durch ein Tor von Thomas Fecht verloren sie beim VfR Frankenthal aufgrund dreier Gegentreffer in den letzten 18 Minuten noch mit 3 : 1, so dass Eisenberg ein 1 : 1 zu Hause gegen Zeiskam zum vorzeitigen Gewinn der Meisterschaft reichte.

Mit Jürgen Lieberknecht als prominentestem Neuzugang gingen die 08er dann in die Saison 1988/89, vor welcher es das Ziel war, am Ende mindestens den siebten Tabellenplatz zu belegen. Der Südwestdeutsche Fußball-Verband hatte nämlich beschlossen, mit Wirkung ab 1989 zwischen der Verbands- und den Bezirksligen eine zweigleisige Landesliga als neue Spielklasse einzuführen, und um sich für diese sicher zu qualifizieren, musste man am Ende mindestens Siebter werden. Letztendlich beendete die Mannschaft diese Saison in der Bezirksliga Vorderpfalz genau auf diesem Rang und wurde dadurch Gründungsmitglied dieser neuen Spielklasse. Dadurch konnte man auch den Status der Fünftklassigkeit bewahren.

Der FC 08 wurde der Staffel Ost zugeteilt, welche sich aus jeweils acht Vereinen der Bezirke Vorderpfalz und Rheinhessen zusammensetzte. Dadurch kam es in der Saison 1989/90 zu einigen Premieren, denn gegen Vereine wie TuS Erbes-Büdesheim, SV SW Mauchenheim und TSV Mommenheim hatte man zuvor noch nie gespielt. Peter Schlegel gelang es jedoch, die erste Mannschaft auch in der neuen Spielklasse zu etablieren, so dass er sich 1990 guten Gewissens zum zweiten Mal nach 1979 als 08-Trainer verabschieden konnte.

Auch dieser Abschied sollte wie der erste elf Jahre zuvor nicht endgültig sein. So war Schlegel später noch als Jugendleiter und Trainer der B-Junioren an der Adam-Stegerwald-Straße aktiv. In diese Zeit fielen die erstmaligen Aufstiege der A- und B-Junioren in die entsprechenden Südwestligen.

Schlegels Nachfolger als Trainer der ersten Mannschaft wurde Günter Bergdolt, der zuvor Stammspieler und Co-Trainer des Oberligisten SV Geinsheim war. Ihm gelang es zunächst, den von seinem Vorgänger eingeleiteten Aufwärtstrend fortzusetzen. Gleich in seinem ersten Jahr als 08-Coach führte er seine neue Mannschaft zur Meisterschaft der Landesliga Ost, wodurch diese nach elf Jahren in unteren Spielklassen wieder in die Verbandsliga Südwest zurückkehrte. Einer der Garanten für diesen Erfolg war Andreas Malz. Der Stürmer gehörte eigentlich noch der A-Jugend an, spielte sich aber im Lauf der Saison bereits in die erste Mannschaft.

Da es den 08-Verantwortlichen um den Vorsitzenden Kurt Keck, der 1986 Günter Wenz abgelöst hatte, gelang, mit Markus Hery von den FCK-Amateuren, und Steffen Mack, der vom Oberligisten VfR Wormatia Worms kam, zwei namhafte Spieler zu verpflichten, und mit Stefan Schlegel ein weiterer Hoffnungsträger dem eigenen Talentschuppen entsprang, sahen diese der nächsten Spielzeit zuversichtlich entgegen. Dies erwies sich jedoch als Trugschluss. Von Anfang an spielten die 08er gegen den Abstieg. Anfang Dezember 1991 wurde Bergdolt als Trainer entlassen und durch Bernhard Schwarweller ersetzt. Dieser konnte bei seinem Comeback als 08-Trainer jedoch auch nicht verhindern, dass der Verein 1992 zum zweiten Mal nach 1980 aus der Verbandsliga abstieg.

Da die Spieler der „goldenen Jahrgänge“ 1966 bis 1968 mit Ausnahme von Klaus Pankraz aus den verschiedensten Gründen früh ihre Laufbahn beendeten oder zu anderen Vereinen wechselten, sollte Schwarzweller eine neue Mannschaft aufbauen. Dies gelang jedoch  dem früheren Zweitligaspieler, der sich in den 80er Jahren als Trainer des TB Jahn Zeiskam auch an der Seitenlinie einen Namen gemacht hatte, leider nicht. Die völlig verunsicherte Mannschaft spielte auch in der Landesliga gegen den Abstieg, und im April 1993 gab der nicht einmal eineinhalb Jahre zuvor engagierte Coach schließlich selbst auf. Als Interimstrainer fungierte bis zum Saisonende Spielleiter Winfried Speicher, der zumindest verhindern konnte, dass die Mannschaft in die Bezirksliga durchgereicht wurde.

Mit der Verpflichtung von Gunther Scharfenberger als Spielertrainer gelang dem 08-Vorstand im Sommer 1993 ein absoluter Glücksgriff. Der langjährige Ober- und Verbandsligaspieler gab der 08-Elf ein neues Gesicht und nutzte dabei den Umstand, dass der Nachbar SV Geinsheim, bei dem er zuvor selbst spielte, gerade aus der Oberliga abgestiegen war, und holte nach und nach mehrere frühere Mannschaftskameraden an die Adam-Stegerwald-Straße, darunter so erfahrene Akteure wie Andreas Appel, Stefan Glas, Wolfgang Kastl und Dieter Weber. Diese trugen maßgeblich dazu bei, dass die 08er nur ein Jahr nach Scharfenbergers Verpflichtung erneut in die Verbandsliga Südwest aufstiegen. Hierzu bedurfte es allerdings wieder einmal eines Entscheidungsspieles, denn in der Abschlusstabelle der Saison 1993/94 belegten die Haßlocher hinter Meister ASV Landau lediglich den zweiten Tabellenplatz.

In diesem trafen sie dann im Juni 1994 in Steinwenden auf TuS Tiefenstein, den Tabellenzweiten der Landesliga West. Obwohl in den Reihen des Teams von der Nahe mit Spielertrainer Michael Dusek ein langjähriger Bundesligaspieler stand, gelang es den 08ern, diese Begegnung nach torlosen 120 Minuten im Elfmeterschießen zu gewinnen und zwei Jahre nach dem Abstieg aus der Verbandsliga Südwest in die höchste Spielklasse auf Verbandsebene zurückzukehren, welcher sie lange angehörten. Der von Kastl verwandelte letzte Elfmeter sollte das für lange Jahre letzte Tor sein, das der FC 08 als Nicht-Verbandsligist erzielte.

Wie Peter Schlegel in den Verbandspokalspielen der Saison 1986/87, wagte es übrigens auch Scharfenberger, in einer bedeutenden Partie einem A-Jugendspieler das Vertrauen zu schenken. Auch er wurde für seinen Mut belohnt. Hierbei handelte es sich um Maik Braun, der zu den besten Spielern gehörte und dadurch maßgeblich zum für lange Zeit letzten Aufstieg der Vereinsgeschichte beitrug. Braun gehörte anschließend zwei Jahre dem Kader der ersten Mannschaft an und spielte ab 1996 noch für einige andere Vereine in der Verbandsliga Südwest.

Trotz des Aufstieges blieben die 08er übrigens fünftklassig, denn der DFB führte 1994 zwischen der Zweiten Bundesliga und den acht Oberligen eine dreigleisige Regionalliga als neue dritthöchste Spielklasse ein. Dieser gehörten mit dem SV Edenkoben und dem SC Hauenstein auch zwei Pfälzer Vereine als Gründungsmitglieder an.

Scharfenberger war anschließend noch drei weitere Jahre als Trainer der ersten Mannschaft an der Adam-Stegerwald-Straße tätig. In diesen verbuchte er 1996 einen weiteren großen Erfolg, denn die 08er drangen unter seiner Leitung zum zweiten Mal nach 1987 in das Halbfinale des Verbandspokals vor.

Nachdem die Scharfenberger-Elf in der ersten Runde als Verbandsligist spielfrei war, gastierte sie  am 8. April 1996 in der zweiten Runde beim VfR Grünstadt und besiegte den Tabellenzweiten der Landesliga Ost, bei dem mit Thomas Klein ein früherer Bundesligaspieler des 1. FC Nürnberg auflief, durch Tore von Rüdiger Schall (28.) und Tobias Manger (75.) bei einem Gegentreffer in der 89. Minute mit 2 : 1. Am 24. April stand dann in der dritten Runde wieder einmal ein Lokalderby beim VfL Neustadt an. Nicht wie sieben Jahre zuvor mit 7 : 0, aber immerhin mit 2 : 0 behielten die 08er an der Haidmühle die Oberhand. Thomas Theel (52.) und Uwe Rudingsdorfer (63.) trafen gegen den Spitzenreiter der Landesliga, bei dem der frühere 08-Stürmer Rolf Weinheimer in der ersten Spielhälfte sein Comeback feierte.

Das Achtelfinale bescherte den 08ern erstmals wieder ein Verbandspokalspiel auf eigenem Gelände. Als Gegner kam am 9. Mai mit Oberligist SV Edenkoben ein ganz attraktiver Gegner an die Adam-Stegerwald-Straße, denn deren Trainer war Peter Schlegel, welcher knapp ein Jahr zuvor seinen Posten als 08-Jugendleiter aufgab, um bei den Südpfälzern wieder eine aktive Mannschaft zu übernehmen. Darüber hinaus befanden sich mit Schlegels Söhnen Stefan und Andreas sowie Heiko Vogel drei Haßlocher Spieler im Kader. Diese Partie verlief ähnlich dramatisch wie die früheren Pokalschlachten in Haßloch. In 120 Minuten fiel kein Treffer, so dass ein Elfmeterschießen fällig wurde, welches die 08er mit 4 : 2 gewannen.

Das am 23. Mai angesetzte Viertelfinalspiel gegen den Regionalligisten SC Hauenstein wurde zu einer überraschend klaren Angelegenheit zugunsten der Haßlocher. Dieter Weber gelang bereits in der 13. Minute mit einem direkt verwandelten Freistoß das 1 : 0, dem Klaus Pankraz   und Tobias Manger noch vor der Pause zwei Tore zum 3 : 0 -Halbzeitstand folgen ließen. Mit einem tollen Heber gelang Pankraz schließlich noch das 4 : 0.

So kam es am Abend des 29. Mai zum zweiten Mal zu einem Verbandspokal-Halbfinale mit Beteiligung der 08er. Der Gegner hieß nun 1. FC Kaiserslautern Amateure. Auch in dieser Partie roch es schnell wieder nach einer Sensation, denn in der 34. Minute brachte Theel die 08er nach Vorarbeit von Manger mit 1 :0 in Führung. Christoph Dengel gelang zwar nur sieben Minuten später der Ausgleich, aber die Scharfenberger-Elf ließ sich davon nicht beeindrucken. Erneut Theel gelang die erneute 08-Führung (54.), welche auch bis zur 81. Minute anhielt. Der mit Beginn der zweiten Hälfte eingewechselte spätere Trainer des SV Niederauerbach Tobias Weis drehte jedoch das Spiel. Zunächst markierte er den Ausgleich und erzwang die Verlängerung. In dieser wurde der FC 08 Opfer der damals geltenden „Golden-Goal-Regel“. Fünf Minuten  nachdem Manger selbst eine Riesenchance zum 3 : 2 vergeben hatte, passte ein Kopfball von Becker in der 100. Minute genau in das rechte obere Eck des 08-Tores und verhinderte die erste Haßlocher Endspielteilnahme.

Außer der Einführung des „Golden Goals“ fiel in die Scharfenberger-Ära eine weitere wichtige Regeländerung. Seit 1995 gibt es nämlich für einen Sieg drei statt bisher zwei Punkte.

Als Nachfolger von Trainer Gunther Scharfenberger verpflichtete 08-Vorsitzender Hans Brunk im Frühjahr 1997 Hans Mack. Obwohl es sich bei dem Frankenthaler um einen absoluten Fachmann handelte, verlief die Zusammenarbeit nicht besonders erfolgreich.

 

1998– 2007

 

Nachdem Mack die Mannschaft zweimal hintereinander auf den achten Tabellenplatz geführt hatte, kam für ihn im November 1999 nach einer ganz schwachen Vorrunde schließlich das Aus. Zum Verhängnis wurde ihm vor allem, dass er zum Umfeld des Vereines keine richtige Bindung fand und seine verpflichteten Wunschspieler Marc Lautenschläger und Frank Wieschalla im 08-Trikot nicht die Leistung brachten als bei anderen Vereinen.

In Erinnerung dürfte aus dieser Zeit vor allem das Auswärtsspiel der 08er am 16. November 1997 bei der Amateurmannschaft des FSV Mainz 05 bleiben. Mack hatte zu Saisonbeginn das Abwehrsystem der 08er mit Libero auf Viererabwehrkette umgestellt und stand deshalb mangels Erfolgen mit dieser Taktik schnell in der Kritik. Von den ersten 13 Punktspielen hatte die Mannschaft gerade drei gewonnen, und nun stand auch noch die Fahrt zum Tabellenführer an. Trotzdem wagte Mack es auch beim Gastspiel in der Landeshauptstadt, an seinen Vorstellungen festzuhalten. Darüber hinaus überraschte er damit, dass er Holger Schuler in das Mittelfeld zurückzog und dafür Tobias Manger als Angreifer nominierte. Manger gelang schließlich auch trotz drückender Überlegenheit der Gastgeber in der 26. Minute nach schönem Zuspiel von Dieter Weber das überraschende 1 : 0, welches die Haßlocher schließlich dank einer hervorragenden Abwehrleistung und der guten Vorstellung ihres zu Saisonbeginn reaktivierten Torwarts Roland Fecht verteidigten. Damit war den 08ern etwas gelungen, was 20 Jahr zuvor zu alten Südwestligazeiten nicht gelang, nämlich ein Sieg im Bruchwegstadion.

Obwohl Hans Mack nur zweieinhalb Jahre an der Adam-Stegerwald-Straße tätig war, waren Auswirkungen seiner Arbeit auch später noch spürbar. So spielte die Mannschaft lange Zeit überwiegend in der Abwehr mit einer Viererkette und auch der dem Verein noch viele Jahre erhalten gebliebene Torwart Sascha Schnur wurde von Mack verpflichtet. Darüber hinaus holte er mit Sven Dudenhöffer und Markus Müller zwei weitere Fußballer ins Großdorf, die noch bis 2007 Stammspieler waren. Des weiteren baute er nach und nach Jugendspieler in die Mannschaft ein, von denen Alexander Beckmann und Marko Speicher auch lange Zeit unumstrittene Stammspieler blieben.

In dieser Zeit wurde mit dem am 14. Februar 1978 in Bad Dürkheim geborenen Marco Laping auch eines der größten Talente, die der Haßlocher Fußball jemals hervorbrachte, aktiv. Zusammen mit Alexander Beckmann und Christian Sold, einem der späteren Spielertrainer der zweiten 08-Mannschaft, begann er seine Laufbahn in der F-Jugend des ältesten Fußballvereins aus dem Großdorf und durchlief fortan dessen sämtliche Jugendmannschaften. Dabei kam es Mitte der 90er Jahre zum ersten Höhepunkt in Lapings Karriere, als er mit den Haßlocher A-Junioren in der Südwestliga, der damals zweithöchsten Spielklasse, antreten durfte.

1996 kam er noch unter Trainer Gunther Scharfenberger zu seinem Debüt in der ersten Mannschaft, deren Kader er schließlich auch noch unter Hans Mack, der ihm später auch als Berater zur Seite stand, zwei Jahre angehörte und im zentralen Mittelfeld zu einem unumstrittenen Stammspieler wurde. 1998 folgte dann der nächste Karrieresprung, indem er zum Oberligisten FK 03 Pirmasens wechselte. Gleich in der ersten Saison in der Südwestpfalz erreichte er mit dem früheren Zweitligisten den zweiten Tabellenplatz, welcher den Aufstieg in die Regionalliga West/Südwest, eine von damals noch drei Regionalligen, bedeutete. In der Saison 1999/2000 traf er dadurch erstmals auf so renommierte Gegner wie die früheren Bundesligisten Fortuna Düsseldorf, Rot-Weiß Essen oder Preußen Münster. Letztendlich erwies sich die dritthöchste Spielklasse für den FKP als zu stark, und der drittletzte Platz bedeutete den direkten Wiederabstieg in die Oberliga Südwest. Diesen machte Laping jedoch nicht mit. Aufgrund eigener starker Leistungen bekam er ein Angebot vom 1. FC Saarbrücken, bei dem er mehrere Jahre verbrachte. Er wurde dort später der dienstälteste Feldspieler im Saarbrückener Kader, denn außer Torwart-Dino Peter Eich, der bereits 1998 vom FC 08 Homburg zum Lokalrivalen wechselte, stießen alle anderen Mannschaftskollegen erst später zum FCS.

Im Saarland erlebte Laping eine sehr wechselvolle Zeit. Die Saison 2000/01 beendeten die Saarbrückener als Tabellenachter, aber ein Jahr später stiegen sie in die Regionalliga Süd ab. Nachdem der Haßlocher in seiner ersten Zweitligasaison gerade auf drei Einsätze gekommen war, war er im seinem zweiten Profijahr in 17 Punktspielen dabei und erzielte dabei auch sein erstes Tor. Besser verlief es für ihn dann in den zwei Jahren, welche die Saarbrücker von 2002 – 2004 wieder in der Regionalliga verbringen mussten. Laping verzeichnete in diesem Zeitraum 42 Spiele, nach denen der Zug für die Saarländer wieder nach oben in Liga zwei ging. Der auch in  seinen ersten vier Jahren von mehreren Verletzungen zurückgeworfene Ur-08er stand nun in der Saison 2004/05 nur noch fünfzehn Mal und in der folgenden Spielzeit, nach welcher der FCS sogar zum dritten Mal in die dritte Liga absteigen musste, sogar lediglich sieben Mal im Profiteam auf dem Platz. Auch die Vorbereitung auf die Regionalligasaison 2006/07 verlief für den Haßlocher unbefriedigend, denn ein Rippenbruch setzte ihn erneut außer Gefecht. Ab 2007 stand Laping dann beim SV Waldhof Mannheim unter Vertrag, für den er zunächst ein Jahr in der Oberliga Baden-Württemberg aktiv war, aber sich gleich im ersten Jahr seines Wirkens in der früheren Hauptstadt der Kurpfalz für die Regionalliga qualifizierte. Eine weitere Station sollte später Arminia Ludwigshafen sein. Inzwischen ist er beim 1. FC Kaiserslautern als Jugendtrainer tätig.

Auch der nach Macks Entlassung als Trainer der ersten Mannschaft verpflichtete Jürgen Giehl konnte zwar nicht verhindern, dass die 08er die Millenniumssaison im Mai 2000 lediglich als Drittletzter abschlossen, aber immerhin sollte dies zum Klassenerhalt reichen. Giehl, der am 17. Juni 1989 beim 1 : 0 – Sieg des 1. FC Kaiserslautern bei Bayer Leverkusen für den FCK auch ein Bundesligaspiel bestritten hatte, blieb schließlich noch ein weiteres Jahr an der Adam-Stegerwald-Straße, beendete aber sein Engagement in Haßloch im Sommer 2001 und wechselte zum westpfälzischen Landesligisten SV Enkenbach.

Die Nachfolge Giehls löste der Verein intern, denn er beförderte Steffen Mack vom Spieler zum Spielertrainer. Der Sohn Hans Macks trug bekanntlich schon in der Saison 1991/92 für ein Jahr das 08-Trikot, wechselte danach aber nach dem zweiten Abstieg der Haßlocher aus der Verbandsliga zur aufstrebenden TSG Pfeddersheim, von wo ihn sein Vater nach dessen Verpflichtung als 08-Trainer 1997 zurückholte. Als Spieler sollten die fünf Jahre in Pfeddersheim die erfolgreichsten seiner Karriere bleiben. Dabei gehörte er unter anderem zusammen mit dem über die Zwischenstation SV Edenkoben in Rheinhessen gelandeten Jochen Schröter am 15. August 1995 der Mannschaft der TSG Pfeddersheim an, welche in einer Begegnung der ersten DFB-Pokal-Runde dem damaligen Deutschen Meister BV Borussia Dortmund nach großem Kampf erst nach Elfmeterschießen unterlag.

Bereits vor der in der gesamten Region mit großer Spannung erwarteten Partie hatten die Pfeddersheimer Erfahrungen im DFB-Pokal gesammelt. So gaben die Rheinhessen ihr Debüt in diesem Wettbewerb schon knapp vier Jahre zuvor, als sie am 19.August 1989 in der ersten Runde den VfB Gaggenau mit 2 : 0 besiegten. In d er  zweiten  Runde  kam  dann  jedoch  am

  1. September 1989 durch eine 1 : 3 – Niederlage gegen Kickers Offenbach das Aus. Nachdem der Verein in der Saison 1992/93 zum zweiten Mal den Verbandspokal Südwest gewonnen hatte, stand für den Club am 25. August 1993 die für einen Amateurverein unglaubliche Fahrt nach Vorpommern auf dem Programm. Steffen Mack war damals bereits dabei und siegte mit der TSG beim Greifswalder SC mit 2 : 0. In der darauf folgenden Partie verloren sie jedoch am 12. September 1993 zu Hause gegen den Bundesligisten MSV Duisburg mit 1 : 3 nach Verlängerung.

Als die Pfeddersheimer im Juli 1995 nun zum dritten Mal mit Spannung die Auslosung der ersten DFB-Pokal-Runde im Fernsehen verfolgten, sollte das Ergebnis alles vorher Passierte in den Schatten stellen: Mit dem BV 09 Borussia Dortmund wurde der amtierende Deutsche Meister als Gegner gezogen. Wie schon zwei Jahre zuvor gegen Duisburg, beabsichtigten die Verantwortlichen der TSG, auch gegen die Westfalen vom viel zu kleinen Weinbergstadion in das viel größere Wormatia-Stadion umzuziehen. Die Stadt Worms stellte sich jedoch quer, so dass nun guter Rat teuer war, denn in Pfeddersheim konnte man unmöglich spielen. Es fand sich jedoch schnell eine Lösung. Werner Schröter,  später Landrat des Rhein-Pfalz-Kreises und Vater von Jochen Schröter, war damals Sportamtsleiter der Stadt Ludwigshafen und damit für die Verwaltung des Südweststadions verantwortlich. Schnell einigte man sich auf die Heimstätte des SV Südwest als Spielort.

Da der 1. FC Kaiserslautern fünf Jahre zuvor anlässlich dessen DFB-Pokal-Spiel gegen den SV Südwest Ludwigshafen nicht einmal 10.000 Besucher an die traditionsreiche Stätte gelockt hatte, gingen die Verantwortlichen der TSG Pfeddersheim wahrscheinlich von nicht besonders vielen Fans aus. So waren viel zu wenige Kassen geöffnet, und es bildeten sich schnell lange Schlangen. Darüber hinaus führte der Besucheransturm zum Schlimmsten, was dem gemeinen Fußballfan passieren kann: Bereits in der Halbzeitpause war an allen Verkaufsstellen das Bier ausverkauft!

Knapp 30.000 Menschen hatten sich schließlich auf den maroden Tribünen des weiten Runds im Ludwigshafener Stadtteil Süd eingefunden und sorgten für eine Atmosphäre, wie sie das Stadion seit dem Auszug des SV Waldhof Mannheim, der von 1983 – 1989 seine Bundesligaspiele auf der „falschen“ Rheinseite ausgetragen hatte, nicht mehr erlebt hatte.

Unter den Zuschauern befanden sich natürlich auch viele Borussen-Fans, die jedoch mit zunehmender Spielzeit immer ruhiger wurden. Ihr Team, in dem mit Matthias Sammer, Julio Cesar, Jürgen Kohler, Andreas Möller, Steffen Freund, Heiko Herrlich und dem erst in der Woche vor dem Spiel verpflichteten Ruben Sosa, der in dieser Partie sein Debüt im BVB-Dress gab, alle Stars standen, wusste nicht viel Ansehnliches zu leisten. Einen großen Verdienst am spannenden Spielverlauf hatte jedoch vor allem TSG-Torwart Rudi Stalyga. Der Routinier brachte die Dortmunder mehrmals zur Verzweiflung und hielt auch das torlose Unentschieden bis zum Ende der regulären Spielzeit fest.

In der 100. Minute passierte jedoch, was viele aufgrund der nachlassenden Kräfte des Tabellenführers der Oberliga Südwest befürchteten: Andreas Möller kam im Pfeddersheimer Strafraum freistehend in Ballbesitz und ließ Stalyga mit einem Schuss knapp unter die Latte keine Abwehrchance. Zwei Minuten vor Schluss gelang jedoch Danny Winkler, der vom VfL Bochum nach Pfeddersheim gekommen war und später für Eintracht Trier in der Zweiten Bundesliga aktiv war, der verdiente, aber kaum noch für möglich gehaltene Ausgleich. So kam es zum Elfmeterschießen, bei dem drei Pfeddersheimer Spieler am Pfosten bzw. an der Latte scheiterten. Unter diesen drei befanden sich auch Jochen Schröter und Steffen Mack, der für den letzten und damit auch entscheidenden Fehlschuss verantwortlich zeichnete.

Auch wenn das Ende der Partie sowohl für Schröter als auch für Mack alles andere als positiv war, stellt sie für beide Spieler ein wohl kaum noch überbietbares Ereignis dar. „Ich werde immer wieder auf dieses Spiel angesprochen,“ bestätigt Mack, dass diese Partie noch bei vielen unvergessen ist. „Wir hatten damals auch wirklich eine sehr starke Mannschaft,“ blickte er zurück.

Den vor der Saison als Ziel ausgegebenen Aufstieg in die Regionalliga West/Südwest schafften die Pfeddersheimer trotz solcher prominenter Spieler wie Äaron Biagioli (früher Rot-Weiß Essen) und Stefan Ertl (1991/92 als Spieler des SV Geinsheim Torschützenkönig der Oberliga Südwest, danach unter anderem bei Borussia Mönchengladbach, Fortuna Köln und dem 1. FC Kaiserslautern aktiv) aber nicht. Immerhin gewannen sie am Saisonende zum vierten Mal den Verbandspokal und durften erneut im DFB-Pokal antreten. Diesmal ging es jedoch „nur“ gegen den Zweitligisten FSV Zwickau, dem man am 11. August 1996 vor deutlich geringerer Kulisse im Wormser Wormatia-Stadion mit 1 : 2 unterlag.

Inzwischen musste der Verein eine ähnliche Erfahrung wie viele andere machen, bei denen mit Geld kurzfristiger Erfolg gesucht wurde: Nachdem sich der Hauptsponsor zurückgezogen hatte, stieg die TSG bis in die Bezirksliga Rheinhessen ab, kehrte aber zwischenzeitlich sogar wieder in die Oberliga zurück. Für die beiden langjährigen 08-Spieler Mack und Schröter bleiben die Erinnerungen an ihre Zeit in dem Wormser Vorort aber durchweg positiv, wenn da nur die verschossenen Elfmeter nicht gewesen wären ...

Als Spielertrainer sollte Steffen Mack den 1. FC 08 Haßloch gleich bei seiner ersten Trainerstation wieder in die Erfolgsspur bringen.. Er startete in die Saison 2001/02 zwar mit einer Negativserie von fünf Niederlagen in Folge, aber führte sein Team bis zum Saisonende noch auf den sechsten Tabellenplatz. Auch in den folgenden vier Jahren, in denen er für die die erste 08-Mannschaft die Verantwortung hatte, befand er sich mit dieser am Ende  immer unter den ersten sechs der Abschlusstabelle. Höhepunkt war dabei die Saison 2003/04, welche die 08er als Tabellenzweiter beendeten – die beste Platzierung, die sie in der Verbandsliga jemals erreichten.

Da Hans Mack zwischenzeitlich das Traineramt beim ASV Fußgönheim übernommen hatte und mit diesem Verein 2003 auch in die Verbandsliga aufgestiegen war, bildeten die sechs Vater-Sohn-Duelle in der Zeit von 2003 bis 2006 die Höhepunkte einer jeden Saison. Diese endeten mit fünf Siegen des Sohnes und einem Unentschieden, so dass Steffen Mack auch im direkten Vergleich als der erfolgreichere 08-Trainer in die Geschichte Eingang finden sollte. In Steffen Macks Amtszeit fielen außerdem durch das 9 : 0 vom 4. April 2004 gegen den FV Speyer  der   bisher   höchste   Verbandsligasieg   der   Vereinsgeschichte   und   mit  dem  am

  1. Oktober des gleichen Jahres erzielten 8 : 1 in einem Verbandspokalspiel beim damaligen Landesligisten FV Dudenhofen der höchste Auswärtssieg in einem Pflichtspiel.

Wie zuvor schon Peter Schlegel und Gunther Scharfenberger durfte auch Steffen Mack die erste Mannschaft bei zwei attraktiven Verbandspokalspielen betreuen, hatte dabei aber nicht soviel Erfolg wie seine Vorgänger. So verlor er mit den 08ern am 15. Februar 2004 gegen den SC Hauenstein mit 0 : 3 und am 3. Oktober 2005 gegen Wormatia Worms mit 3 : 4 nach Verlängerung.

Letztere Partie knüpfte aber hinsichtlich der Spannung durchaus an die Pokalkrimis der 1980er und 1990er Jahre an. Nach 24 Minuten befanden sich die 08er zwar mit 0 : 2 in Rückstand, aber Christian Heck (35.) und Sascha Floth (45.), neben Steffen Litzel die sicherlich stärksten von Steffen Mack in die erste Mannschaft integrierten Spieler, schafften noch vor der Pause den Ausgleich. Als Heck mit seinem zweiten Treffer des Tages in der 49. Minute das 3 : 2 gelang, schien das Spiel tatsächlich zu kippen, aber der Oberligist fand in das Spiel zurück. Ex-Profi Gebhardt markierte den 3 : 3 – Ausgleich (51.), wodurch das Spiel in die Verlängerung ging, Hartung erzielte in der 110. Minute den Siegtreffer  für den Favoriten.

Der noch von Gunther Scharfenberger 1993 aus Geinsheim mitgebrachte Stürmer Andreas Appel durfte in der Ära Steffen Mack einen besonderen persönlichen Erfolg feiern, denn in der Saison 2001/02 sicherte er sich gemeinsam mit dem Zeiskamer Christian Frech als bisher einziger 08-Spieler die Torjägerkrone der Verbandsliga Südwest. Appels Laufbahn begann in der Jugend des SV Geinsheim, wo er schnell auf sich aufmerksam machte. So wechselte er auch früh zum 1. FC Kaiserslautern und schaffte in dieser Zeit sogar den Sprung in die U 15 – Nationalmannschaft. Danach ging die Karriere aber nicht wie erhofft weiter, und als die erste Mannschaft seines Heimatvereins 1989 in die Oberliga Südwest aufstieg, kehrte er dem FCK den Rücken und zum SVG zurück. Als die Geinsheimer vier Jahre später wieder in die Verbandsliga abstiegen, begann dann eine sehr wechselvolle Zeit in Haßloch. Zunächst bildete er mit dem 1991 aus Herxheim an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrten und später noch in Mechtersheim aktiven Thomas Theel den 08-Angriff und trug wesentlich dazu bei, dass sein neues Team bereits ein Jahr später den Wiederaufstieg in die Verbandsliga schaffte. Danach begann jedoch für ihn eine schwierige Zeit. Aus privaten Gründen konnte er oft nicht trainieren, was seine Trefferquote schnell sinken ließ. Appel fand jedoch noch einmal zu seiner alten Form zurück, was möglicherweise mit der Änderung seiner Spielweise zusammenhängt. Während er früher vor allem durch lange Laufwege auffiel und sich oft in der gegnerischen Abwehr festrannte, agierte er inzwischen kraftsparender. Oft fiel er während eines Spieles nicht auf und schlug dann blitzschnell zu. „Andreas Appel gehört inzwischen zusammen mit Uwe Rudingsdorfer zu unseren Führungsspielern,“ meinte Trainer Steffen Mack bereits bei seinem Amtsantritt im Jahr 2001. Ein Vertrauen, das der bei fast allen Spielen, in denen er einsatzfähig war, in der Anfangsformation stehende Angreifer vollkommen rechtfertigte.

Im Jahr 2005 schaffte es Jugendleiterin Ute Speicher, mit Werner Heck den bekanntesten Haßlocher Fußballer als Trainer der mittlerweile in die Verbandsliga Südwest zurückgekehrten B-Junioren zu gewinnen. Heck gehört zusammen mit Danko Boskovic, Marco Laping, Thorsten Lieberknecht und Uwe Wolf nicht nur zu den fünf aus der 08-Jugend hervorgegangenen Spielern, die später eine Profikarriere einschlugen, sondern war auch deren erfolgreichster.

Bereits in frühester Jugend machte er auf sein Talent aufmerksam, als er in der Saison 1967/68 mit der D-Jugend des FC 08 nicht nur überlegen Kreismeister wurde, sondern alleine 287 Tore erzielte. Als Aktiver trug er allerdings nie das 08-Trikot, denn er wechselte noch als A-Jugendlicher zum Lokalrivalen VfB, für den er in der Zweiten Amateurliga spielte. Von dort aus startete er seine Profilaufbahn.

Über die Zwischenstationen SV Waldhof Mannheim und 1. FC Saarbrücken, für den er in der Saison 1977/78 die ersten 22 seiner insgesamt 184 Bundesligaspiele (43 Tore) bestritt, kam Heck 1978 zum damaligen Zweitligisten 1. FC Nürnberg, wo er seine erfolgreichste Zeit verbrachte. 1980 stieg er mit den Franken in die Bundesliga auf. Höhepunkt war für ihn in dieser Zeit das DFB-Pokal-Endspiel vom 1. Mai 1982 im mit 61.000 Zuschauern ausverkauften Frankfurter Waldstadion, das die Nürnberger jedoch trotz 2 : 0 – Halbzeitführung jedoch noch mit 2 : 4 gegen den FC Bayern München verloren. Heck stand damals die gesamten 90 Minuten auf dem Platz.

„Beim Stand von 2 : 1 für uns traf Herbert Heidenreich den Pfosten, und im direkten Gegenzug kassierten wir den 2 : 2 – Ausgleich. Ich bin mir sicher, dass wir gewonnen hätten, wenn uns das 3 : 1 gelungen wäre,“ trauerte er  auch später noch dem damals verpassten Triumph nach. Immerhin handelte es sich bei dieser Partie um eines der spannendsten und torreichsten Endspiele in der  Geschichte dieses Wettbewerbes. Reinhold Hintermaier (31.) und Hecks Sturmpartner Werner Dreßel (44.) sorgten für eine überraschende 2 : 0 – Halbzeitführung des FCN, so dass die Sensation zum Greifen nahe war. Nach der Pause wurden die Bayern jedoch immer stärker und kamen nur neun Minuten nach dem Wiederanpfiff durch ein Tor von Karl-Heinz Rummenigge zum 1 : 2 – Anschlusstreffer. In der 65. Minute ereignete sich schließlich die von Heck beschriebene Szenerie, welche Wolfgang Kraus mit dem 2 : 2 – Ausgleich abschloss. „Danach waren wir völlig kaputt und konnten dem Druck der Bayern nicht mehr widerstehen,“ erinnerte sich der spätere 08-Coach. Paul Breitner brachte die Münchener schließlich per Foulelfmeter mit 3 : 2 in Führung (72.), und Dieter Hoeneß, welcher aufgrund einer schweren Kopfverletzung mittlerweile mit einem dicken Verband ausgestattet war, sorgte zwei Minuten vor Schluss mit einem spektakulären Kopfballtreffer zum 4 : 2 – Endstand für die Entscheidung.

1984 kehrte Heck zum SV Waldhof Mannheim zurück, wo er bis 1988 noch vier Jahre unter Trainer Klaus Schlappner in der Bundesliga mitmischen durfte. Von dort wechselte er zum aufstrebenden Oberligisten SV Edenkoben, wurde 1989 gleich im ersten Jahr Meister, aber scheiterte in den Aufstiegsspielen zur Zweiten Bundesliga am KSV Hessen Kassel und der SpVgg Unterhaching. Seinen letzten überregional beachteten Auftritt hatte er schließlich am 27. Juli 1991. Heck war zwischenzeitlich Spielertrainer beim SV Viktoria Herxheim und zeigte an diesem Tag beim DFB-Pokal-Spiel gegen den FC St. Pauli noch einmal eine Riesenleistung, konnte aber die 2 : 3- Niederlage nach Verlängerung doch nicht verhindern. Danach folgten als weitere Trainerstationen FV Dudenhofen, ASV Harthausen und SV Edenkoben.

Nachdem er mit allen Vereinen, die er bisher trainierte, auch mindestens einmal Meister geworden war, war sein Engagement bei den B-Junioren allerdings nicht von Erfolg gekrönt, denn er konnte deren Abstieg von der Verbands- in die Bezirksliga nicht verhindern.

Trotz dieses Negativerlebnisses konnte sich Ute Speicher auch 2006 über einen besonderen Erfolg freuen, denn den C-Junioren gelang unter ihrem Trainer Gunther Scharfenberger, der nach seinem Ausstieg als Coach der ersten Mannschaft im Jahr 1997 zwischenzeitlich als Jugendtrainer an die Adam-Stegerwald-Straße zurückgekehrt war, ein riesiger Erfolg, indem sie sich in der Bezirksliga Vorderpfalz die Meisterschaft sicherten und dadurch in die höchstmögliche Spielklasse, die Verbandsliga Südwest, aufstiegen. Obwohl die Gegner nun unter anderem 1. FC Kaiserslautern und FSV Mainz 05 hießen, hielten sie lange Zeit sogar den Kontakt zur Tabellenspitze und wurden erst am Saisonende auf den sechsten Tabellenplatz durchgereicht.

Bereits ein Jahr zuvor war den A-Junioren mit ihren Trainern Ernst Hartmann und Marko Speicher die Rückkehr in die höchste Spielklasse auf Verbandsebene gelungen. Dieser gehörten mit Christian Bayer, Dominik Euler, Sascha Floth und Timo Hubach vier Spieler an, denen in den folgenden zwei Jahren mühelos der Sprung in die erste Mannschaft gelang.

Im Februar 2007 gelang der Jugendabteilung schließlich ein bis dahin einmaliger Erfolg, indem sie sich bei den Hallenmeisterschaften des Fußballkreises Neustadt alle vier möglichen Titel sicherte. Dies hatte zuvor noch kein anderer Verein geschafft.

Der erhoffte Wiederaufstieg der B-Junioren wurde dagegen knapp verfehlt. In der Saison 2006/07 musste das Trainerduo Bernd Hoffmann/Ralf Wittmer dem SV Hagenbach den Vortritt lassen.

Die erste Mannschaft hatte sich in der Verbandsliga Südwest etabliert und belegte nach dem zweiten Tabellenplatz der Saison 2003/2004 in den beiden folgenden Jahren die Ränge fünf (2004/2005) und  neun (2005/2006).

Nachdem trotz aller Erfolge gegen Ende der Saison 2005/06 das Verhältnis zwischen Trainer Steffen Mack und der ersten Mannschaft nicht mehr stimmte, entschied sich der 08-Vorstand um den Vorsitzenden Herbert Magin dazu, die Zusammenarbeit mit dem Erfolgscoach zu beenden. Wie bereits fünf Jahre zuvor, als Jürgen Giehl den FC 08 verließ, kam es bezüglich Macks Nachfolger zu einer internen Lösung, indem man Werner Heck die Verantwortung für die erste Garnitur übertrug. Diesmal hatte es Heck zunächst einmal wesentlich schwerer als seine Vorgänger, denn inzwischen machten große finanzielle Probleme spektakuläre Transfers praktisch unmöglich. Aus diesem Grund standen dem früheren B-Nationalspieler vor der Saison 2006/07 ausschließlich Neuzugänge von den eigenen A-Junioren zur Verfügung. Der am Ende erreichte neunte Tabellenplatz konnte deshalb durchaus als weiterer Erfolg gewertet werden.

Vor der anschließenden Jubiläumssaison steckte man die Erwartungen wieder etwas höher, und während der Vorrunde schien es sogar so, als könnten die 08er sogar erstmals in die Oberliga Südwest aufsteigen, denn ab dem 16. September 2007 lagen sie mehrere Wochen auf dem ersten Tabellenplatz.

 

2008 - heute

 

Bereits 2007 hatte Marko Speicher zusammen mit anderen in der Jugendarbeit des FC 08 engagierten Mitgliedern einen Jugendförderverein gegründet. Nicht einmal ein Jahr nach dem  Zustandekommen dieses Vereines gelang ihm ein erster ganz großer Erfolg. Als einziger Fußballverein aus Rheinland-Pfalz wurde der 1. FC 08 Haßloch nämlich ausgerechnet im Jahr seines einhundertjährigen Vereinsjubiläums der 14. und letzte Partnerverein des amtierenden deutschen Meisters und Pokalsiegers FC Bayern München. Am Freitag, den 20. Juni, weilten deshalb Udo Bassemir, der Leiter des Projektes „Vereinspartnerschaften des FC Bayern München“, und Talentscout Richard Hoffmann im 08-Clubheim an der Adam-Stegerwald-Straße, um zusammen mit Weber und Jugendkoordinator Marko Speicher die Ziele des Projektes vorzustellen.

„Wir sind nicht darauf bedacht, unbedingt Spieler zum FC Bayern zu bringen, sondern wollen in der Breite ausbilden und den Verein voranbringen. Er soll herausstechen,“ erklärte der aus Lambrecht stammende Bassemir.

Um die von den Bayern angestrebten Ziele zu erreichen, sei es vor allem wichtig, dass die jungen Fußballer zukünftig nicht nur als Sportler, sondern auch als Menschen gesehen werden. „Zweimal Training in der Woche und dann gleich ab nach Hause, das geht nicht mehr,“ erklärte Bassemir. „Wir haben eine erzieherische Aufgabe, müssen für die Weiterbildung der Kinder sorgen, bei Ausbildungsplätzen und Jobs helfen, bei der Schule, müssen die Eltern einbinden und das Potenzial ausschöpfen. Nicht auf dem Sportplatz, sondern zu Hause,“ führte der Bayern-Angestellte weiterhin aus. Im rein sportlichen Bereich sei es das Ziel, die Jugendarbeit durch Workshops, regelmäßige Probetrainings und eine gute Ausbildung der Trainer zu optimieren, ergänzte der für die Bayern im gesamten süddeutschen Raum tätige Hoffmann.

Wichtiger als eine Vereinheitlichung des taktischen Systems durch alle Juniorenklassen hindurch sei, den Jugendlichen die richtige Mentalität zu vermitteln. „Wir wollen zeigen: Da ist vorne, da wollen wir hin. Und: Wenn ich den Ball verloren habe, bekomme ich ihn so am schnellsten zurück,“ meinte Bassemir hierzu.

Sollte dies alles gelingen, sehe er für die 08er eine große Zukunft voraus. „Alle Partnervereine, die diese Kooperation eingegangen sind, haben zu Beginn des Projekts in so niedrigen Klassen gespielt wie Haßloch. Es dauert eine Weile, bis sich die intensive Arbeit bemerkbar macht, aber inzwischen sind bereits 25 Spieler aller Altersklassen in die Jugend des FC Bayern integriert worden,“ erklärte der 49jährige.

Die Philosophie Bassemirs entspricht auch den Vorstellungen Webers. „Die Zukunft unseres Vereins liegt in der Jugendarbeit. Mit dieser Kooperation haben wir enorm in die Zukunft investiert,“ freute er sich. Das Projekt stecke zwar noch in den Kinderschuhen, aber er glaube fest an diese Sache. Da es vom FC Bayern keine finanzielle Unterstützung gebe, sehe er seine Aufgabe nun darin, Finanzmittel zu akquirieren. Weber schwebt vor, einen „runden Tisch“ mit Politikern und Vertretern der Wirtschaft einzurichten, um das Vorhaben voranzubringen.

Zu verdanken hat der FC 08 die Partnerschaft mit dem Redkordmeister vor allem seinem Jugendkoordinator Marko Speicher, der in Personalunion noch Vorsitzender des Jugendfördervereines und Stammspieler der ersten Mannschaft ist. „Dass Haßloch den Zuschlag für unsere letzte Partnerschaft bekommen hat, hat der Verein alleine dem überzeugenden Konzept von Marko Speicher zu verdanken,“ erklärte Bassemir. Speicher schrieb übrigens mehrere Vereine aus dem Profibereich bezüglich einer Kooperation an, aber lediglich die Bayern hätten sich daraufhin gemeldet. Jetzt falle ein enormer Druck von ihm, und er genieße den Moment, meinte er.

Als erstes offizielles Ereignis im Rahmen der Partnerschaft fuhren am 19. Juli 08-Spieler der Jahrgänge 1994 und 1995 nach Dachau, um an einem Turnier für Partnervereine des FC Bayern teilzunehmen. Des weiteren weilten mehrere Jugendtrainer des FC 08 anläßlich eines vom FC Bayern durchgeführten Fortbildungslehrganges in Inzell.

Während die C-Junioren des FC 08 in Dachau weilten, wurde auf dem eigenen Vereinsgelände der vierte und letzte Spieltag der von der Gemeinde Haßloch ins Leben gerufenen ersten Haßlocher Dorfmeisterschaft ausgetragen. Vom 24. bis 26. Mai waren bereits die A- bis E-Junioren sowie die AH-Mannschaften der drei Haßlocher Fußballvereine gegeneinander angetreten. Die 08-Teams sorgten dabei bereits für einen beruhigenden Zwölf-Punkte-Vorsprung, so dass der Verein den Titel bereits vor dem Eingreifen der ersten und zweiten Mannschaften am 19. Juli so gut wie sicher hatte.

Auch im Jubliämsjahr 2008 verfehlten die B-Junioren ihr Saisonziel Wiederaufstieg. In der Abschlusstabelle der Jubiläumssaison 2007/08 belegte die Mannschaft unter ihrem neuen Trainer Stefan Brunk lediglich den zweiten Tabellenplatz. Mit Ernst Hartmann durfte sich zumindest ein 08-Trainer im Jubiläumsjahr über einen Meistertitel freuen. Drei Jahre nach seinem Erfolg mit den A-Junioren sicherte sich der Elmsteiner diesmal mit der D 3 am vorletzten Spieltag der D-Junioren-Kreisliga Speyer, Staffel 2, vorzeitig den Meistertitel.

In der Woche vor dem entscheidenden Spiel beim VfR Speyer nahm diese Mannschaft am 13. „All-Together-Cup“ des DFB-Partners „Komm-mit“ in Cattolica (Italien) teil. Bei der Schlussfeier durfte Mannschaftskapitän Patrick Feig im Stadio Communale den Pokal für den dritten Platz entgegennehmen und erzielte damit auch einen internationalen Erfolg.

Bereits vor dem Ende der Saison 2007/08 begann der 1. FC 08 Haßloch mit seinen Jubiläumsfeierlichkeiten. Als erste Veranstaltung fand am 16. Februar 2008 im Clubheim unter dem Motto “100 Jahre 1. FC 08 Haßloch – eine Zeitreise beginnt” die Jahresabschlussfete, welche in den 80er Jahren den Vereinsball abgelöst hatte, statt. Bevor der nach dem Rücktritt von Herbert Magin im Herbst 2007 zum zweiten Mal zum Vorsitzenden gewählte Hans Brunk die Mitgliederehrung vornahm, ließ der Autor dieser Zeilen unter technischer Mithilfe von Marko Speicher die ersten 75 Jahre der Vereinsgeschichte Revue passieren. Dies sollte vor allem Appetit auf eine ausführliche Betrachtung der turbulenten gesamten 100 Jahre beim Festakt am 4. Oktober machen.

Einen weiteren Höhepunkt des Jubiläumsjahres stellte ein hervorragend besetztes U19-Blitzturnier, an dem am 2. August außer der eigenen A 1 auch die A-Junioren von Eintracht Braunschweig, des 1. FC Kaiserslautern und des SV Waldhof Mannheim teilnahmen, dar. Aus diesem Turnier gingen die A-Junioren des 1. FC Kaiserslautern, welche als einzige der vier beteiligten Mannschaften ohne Gegentor blieben, als Sieger hervor.

Dieses Turnier begann gleich mit einer aus 08-Sicht positiven Überraschung, denn das erste Spiel zwischen dem Nachwuchs der Gastgeber und dem SV Waldhof Mannheim endete mit einem 2 : 2 – Unentschieden. Letztendlich sollte dies jedoch der einzige Punktgewinn für das Team von Trainer Oliver Müller bleiben, denn in ihren beiden weiteren Spielen mussten die Haßlocher A-Junioren zwei Niederlagen hinnehmen. So verloren sie gegen die U 19 von Eintracht Braunschweig mit 0 : 2 und gegen den 1. FC Kaiserslautern sogar mit 0 : 7. Der FCK-Nachwuchs hatte vor dem hohen Sieg gegen die 08er zum Auftakt gegen Braunschweig 0 : 0 gespielt und anschließend Waldhof mit 2 :0 besiegt, wodurch sich die Westpfälzer mit sieben Punkten und 9 : 0 Toren den Turniersieg sicherten.

Am Abend  kam es schließlich auf dem 08-Gelände noch zu einem Open-Air-Konzert von den Bands „Korrekt“ und „Grabowsky“.

 

Vier Tage nach dem erstklassig besetzten U19-Blitzturnier hatte der Fußball-Verbandsligist 1. FC 08 Haßloch vier U17-Teams namhafter Vereine zu Gast, die im Rahmen einer dreitägigen Pfalzreise an der Adam-Stegerwald-Straße zwei Testspiele bestritten. Mit der U 17 der Queens Park Rangers gastierte dabei erstmals eine Jugendmannschaft eines ausländischen Proficlubs auf dem 08-Gelände. Bei dem in der Londoner Innenstadt beheimateten Verein handelt es sich um einen der traditionsreichsten englischen Fußballclubs. Er entstand bereits 1882 aus der Fusion der beiden bis dahin selbständigen Clubs St. Jude's und Christchurch Rangers und betreibt seit 1889 Profifußball. Seine größten Erfolge waren der Gewinn der englischen Vizemeisterschaft 1976 und der Einzug in das FA-Cup-Finale 1982, welches jedoch im Wiederholungsspiel gegen den Lokalrivalen Tottenham Hotspurs mit 0 : 1 nach Verlängerung verloren wurde. Seit 2004 gehört die erste Mannschaft von QPR der Football League Championship - so der offizielle Name der zweithöchsten englischen Spielklasse – an. Eigentümer des seit 1933 im Stadion an der Loftus Road beheimateten Vereins sind übrigens seit 1. September 2007 die Formel 1 -Mäzene Bernie Ecclestone und Flavio Briatore.

Als weitere Gäste durfte der FC 08 die U 17 -Teams von Borussia Dortmund, dem 1. FC Kaiserslautern und von Borussia Mönchengladbach an der Adam-Stegerwald-Straße begrüßen. Bei der Mannschaft aus Dortmund handelte es sich um keinen geringeren als den amtierender Meister der B-Junioren-Bundesliga, Staffel West, bei den Mönchengladbachern um den Vize-Meister dieser Spielklasse Der FCK-Nachwuchs hatte die Saison 2007/08 als Tabellenzweiter der B-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest abgeschlossen. Außer den  internationalen Gästen aus London waren damit  drei der sechs in der Spielzeit 2007/2008 bestplatzierten deutschen U 17-Teams auf dem 08-Gelände im Einsatz.

Nachdem in der ersten Partie Borussia Dortmund die Queens Park Rangers  mit 2 : 0 bezwungen hatte, gelang den B-Junioren von Borussia Mönchengladbach gegen die gleichaltrige Vertretung des 1. FC Kaiserslautern ein 1 : 0 – Sieg.

In die Feierlichkeiten zum einhundertjährigen Vereinsjubiläum wurde auch das  jährlich ausgerichtete Terrassenfest integriert. Im Anschluss an das darin eingebettete erste Heimspiel der ersten Mannschaft gegen den FV Dudenhofen, das mit einem 1 : 1 – Unentschieden endete, wurde Jugendleiterin Ute Speicher von Dr. Hans-Dieter Drewitz mit der Ehrennadel des Südwestdeutschen Fußball-Verbandes ausgezeichnet. Bis spät in die Nacht sorgte anschließend die Band “The Vampires” für Unterhaltung.

Im September 2008 stand der nächste Höhepunkt an, denn erstmals wurden auf dem 08-Gelände zwei offizielle Fußball-Länderspiele ausgetragen. Dabei trafen zunächst am Dienstag, den 16. September, um 18 Uhr die beiden U 16 – Nationalmannschaften von Deutschland und Belgien, am Donnerstag, den 18. September, um 11 Uhr dann die U 16 -Teams von Belgien und Mazedonien aufeinander.

Über einen von den kühnsten Optimisten erträumten neuen Zuschauerrekord durfte sich Fußball-Verbandsligist 1. FC 08 Haßloch bei diesen Begegnungen nicht freuen, aber 1.400 Besucher sorgten während des ersten Spieles immerhin für die größte Kulisse seit dem Freundschaftsspiel der ersten 08-Mannschaft am 6. Mai 1978 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Das, was die beiden U 16- Nationalmannschaften aus Deutschland und Belgien boten, hätte allerdings durchaus noch mehr Zuschauer verdient gehabt, denn vor allem das Team von DFB-Trainer Stefan Böger, der die deutsche U 16  als Nachfolger des früheren Waldhof-Spielers Marco Pezzaiulio betreute, war sehr ansehnlich.

Die deutsche Mannschaft übte von Beginn an massiv Druck auf das Tor der Belgier aus und wurde auch schnell mit zwei Toren belohnt. Nachdem der quirlige Luca Dürholtz bereits in der ersten Minute an Belgiens Schlussmann Salvatore Crimi gescheitert war, verwertete sein Leverkusener Mannschaftskaptiän Nick Brisevac ein präzises Zuspiel von Nico Schulz zum Führungstreffer, dem der Mainzer Stürmer Shawn Parker nach Vorarbeit von Dürholtz das Tor zum 2 : 0 – Halbzeitstand folgen ließ. Drei Minuten zuvor hatte Crimi einen von Parker hervorragend geschlossenen Freistoß zum Eckball abgewehrt.

In der zweiten Spielhälfte waren es vor allem die deutschen Einwechselspieler, die nun auffielen. Mit Sebastian Knopp und Fabian Hürzeler gelangen auch zwei davon die Tore drei und vier. Beim letzten Treffer des Tages zum Endstand von 5 : 0 wurde mit Dürholtz der beste Spieler auf dem Platz für seine tolle Leistung belohnt, wobei er Glück hatte, dass ihm der Ball zuvor auf den Fuß gefallen war. „Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung, die zu unseren Erfolg geführt hat, aber für Luca freut es mich schon, dass er getroffen hat,“ meinte Böger nach den unterhaltsamen 80 Minuten. Dass das System mit zwei Viererketten so gut gegriffen habe, bedeute aber nicht, dass dieses nun immer gespielt werde. „ In der Abwehr werden wir sicher immer mit Viererkette spielen, aber im Mittelfeld werde ich zukünftig auch andere Spielsysteme ausprobieren,“ erklärte er. Bei dem in Bingen anstehenden nächsten Testspiel gegen Mazedonien wollte er auch nicht den Block mit vier Spielern von Bayer Leverkusen aufbieten. „Leverkusen hat aber eine sehr gute Jugendarbeit, und deswegen sind auch so viele Spieler von dort in unseren Nationalmannschaften vertreten,“ begründete Böger, in den offensiven Mannschaftsteilen überdurchschnittlich viele Akteure aus dem Rheinland aufgeboten zu haben.

Die deutsche Mannschaft spielte in folgender Aufstellung:

Karius (VfB Stuttgart) – Pläschke (Hannover 96, 68. Gallert, VfB Stuttgart), Geis (SpVgg. Greuther Fürth), Zander (FC Schalke 04), Schulz (Hertha BSC Berlin, 68. Schäfer, FSV Mainz 05) – Dürholtz (Bayer 04 Leverkusen, 62. Jordanov, FC Hansa Rostock), Pusch (Bayer 04 Leverkusen, 41. Hirsch, TSG Hoffenheim), Mandt (Bayer 04 Leverkusen), Ackermann (FC Bayern München, 46. Yildirim, SV Werder Bremen) – Parker (FSV Mainz 05, 41. Knopp, TuS Koblenz), Brisevac (Bayer 04 Leverkusen, 56. Hürzeler, FC Bayern München).

550 Zuschauer sahen zwei Tage später, wie im zweiten Länderspiel dem belgischen Team ein verdienter 3 : 0 – Sieg gegen Mazedonien gelang. Dieser hätte bei einer besseren Chancenverwertung eigentlich noch höher ausfallen müssen.  Trotz der drei Gegentreffer war Mazedoniens Torwart Tigran Kandikjan der beste Spieler der Elf aus dem früheren Jugoslawien. In der neunten Spielminute konnte er die erste Torchance der Belgier noch entschärfen, aber zwei Minuten später war er gegen Michael Lallemands Schuss aus kurzer Distanz zum 1 : 0 machtlos. Kurz vor dem Halbzeitpfiff des guten Schiedsrichters Alexander Schlutius, der aufgrund der fairen Spielweise aller Akteure ohne Karte auskam, war es erneut Kandikjan, der mit einer tollen Fußabwehr den zweiten Treffer des Tages verhinderte. Die bereits in der ersten Hälfte völlig harmlosen Mazedonier wurden auch nach dem Wiederanpfiff nicht gefährlicher und kamen deshalb während der gesamten 80 Minuten zu keiner einzigen Torchance. Besser machten es die Belgier, welche in der 50. und 76. Minute durch zwei Treffer von Thorgan Hazard zum Endstand von 3 : 0 kamen. Unter den Besuchern befanden sich 240 Schüler, deren Eintrittsgeld von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) übernommen wurde. Mit dem Maikammerer Thorsten Braun wurde ein aus dem Fußballkreis Neustadt stammender Schiedsrichter als vierter Offizieller eingesetzt.

Beim offiziellen Festakt “100 Jahre 1. FC 08 Haßloch” am 4. Oktober in der Aula des Hannah-Arendt-Gymnasiums wurde die Vereinsgeschichte bei einer Zeitreise, bei der diese Schrift den Leitfaden darstellte, anhand vieler Bilder und Filme sowie Erinnerungen der Zeitzeugen Walter Volkmer, Hans Brauch und Kurt Keck sowie Hans und Steffen Mack noch einmal lebendig. Der am 7. März des Jubiläumsjahres 2008 als Nachfolger von Hans Brunk neu gewählte Vorsitzende Hans-Peter Weber, der zu Beginn des Festaktes bei seiner Eröffnungsrede auch eine erste positive Bilanz zog, wollte fortan weitere Grundlagen  schaffen, dass der 1. FC 08 Haßloch in ruhigem Fahrwasser in das zweite Jahrhundert seines Bestehens starten könne. Es sollte jedoch bald danach eine Zeit kommen, die den Verein sogar in dessen Existenz bedrohte.

Auch sportlich ging es bergab. Zwar gelang der zweiten Mannschaft der Aufstieg in die  Bezirksklasse Vorderpfalz, Staffel Mitte, wie die A-Klasse vorübergehend hieß, aber die erste Garnitur schloss die Verbandsligasaison 2008/2009 als Tabellenzwölfter so schlecht wie lange zuvor nicht mehr ab. Weber kündigte bereits vor dem Saisonende einen Trainerwechsel an und verpflichte den Frankfurter Horst Häußer als Nachfolger von Werner Heck. Dies entpuppte sich jedoch als Missverständnis, und Häußer wurde schließlich vom in den 1990er Jahren schon einmal als Spieler an der Adam-Stegerwald-Straße aktiven Ibrahim Kurt beerbt.

Der Kader hatte jedoch nicht mehr die Klasse der Vorjahre, und am Ende der Saison 2009/2010 belegte das Team den vierzehnten Tabellenplatz, was den sportlichen Abstieg bedeutet hätte. Da der Tabellenzehnte ATSV Wattenheim jedoch Anfang Juli 2010 seine erste Mannschaft abmeldete, durften die 08er, welche bereits in den Spielplan der Landesliga Südwest, Staffel Ost, integriert waren, nachrücken und dadurch der Verbandsliga Südwest erhalten bleiben.

Mit einer ursprünglich für die Landesliga zusammengestellten Mannschaft ging es jedoch weiter bergab. Als Tabellenletzter mit neun Punkten Rückstand zum Vorletzten SG Rieschweiler war nach 19 Jahren ununterbrochener Zugehörigkeit zur Verbandsliga Südwest der Abstieg nicht mehr zu vermeiden. Vositzender Weber war zwischenzeitlich von seinem Amt zurückgetreten, der Rückzug vieler weiterer Funktionäre und auch Spieler folgte. Aufgrund zahlreicher finanzieller Altlasten drohte die Insolvenz, und der Verein unter dem nach längerer führungsloser Zeit ohne Gegenkandidaten zum neuen Vorsitzenden gewählte Hermann Vollweiler entschied sich dazu, die erste Mannschaft in der Saison 2011/2012 nicht in der Landesliga, sondern statt der zweiten Garnitur nur noch in der Bezirksklasse antreten zu lassen. Da inzwischen auch keine Juniorenmannschaft mehr einer Verbandsliga angehörte,  hatte der Verein plötzlich überregional keine Bedeutung mehr. Auch die Partnerschaft mit dem FC Bayern München wurde beendet. Inzwischen besteht aber eine Kooperation mit dem 1. FC Kaiserslautern, das heißt, der 1. FC 08 ist Jugendpartnerverein des FCK.

Auch in der neuen Umgebung tat sich die erste Mannschaft unter ihrem neuen Trainer Alexander Beckmann schwer und schloss die Saison 2011/2012 lediglich als Tabellenachter ab. Danach ging es jedoch langsam wieder aufwärts. Mit Trainer Markus Schuler, der vom Lokalrivalen VfB Haßloch an die Adam-Stegerwald-Straße wechselte und damit 08-Urgestein Beckmann nach nur einem Jahr beerbte, ging es jedoch langsam wieder aufwärts. Am Ende der Saison 2012/2013 belegte das Team den dritten Rang der inzwischen wieder in A-Klasse umgetauften drittniedrigsten Spielklasse und durfte sich außerdem nach einem Erfolg im in Weingarten ausgetragenen Endspiel gegen den FC 23 Hambach auch Kreispokalsieger nennen. Eine Neustrukturierung innerhalb des Südwestdeutschen Fußballverbandes hatte nämlich die Abschaffung der vier Fußballbezirke zur Folge, wodurch für den Spielbetrieb in den A-Klassen nun die Kreise zuständig waren und die darin angesiedelten Mannschaften auch am Kreispokalwettbewerb teilnahmen. Darüber hinaus nahm  nach einem Jahr Pause auch wieder eine zweite Mannschaft am Spielbetrieb teil, aufgrund der Abmeldung im Jahr 2011 aber nur noch in der C-Klasse.

Gegen Ende des Jahres geriet auch in die Führung des Vereins mehr Ruhe, wofür vor allem der neue Zweite Vorsitzende Jürgen Hurrle, zuvor 21 Jahre Erster Beigeordneter und in dieser Funktion Sportdezernent der Gemeinde Haßloch, sorgte. Dieser setzte sich unter anderem dafür ein, dass mit American Football und Cheerleading zwei junge Sportarten an der Adam-Stegerwald-Straße Einzug hielten. Als Sportlicher Leiter für diesen Bereich fungiert Frank Weinerth, der einige Jahre zuvor vom Fußball zum American Football wechselte und bei dem zwischenzeitlich aufgelösten Team der Heiligenstein Crusaders bereits mehrere Jahre Erfahrung gesammelt hatte. Zusammen mit dem inzwischen zum 3. Vorsitzenden gewählten Kurt Keck hat Hurrle die Finanzen des Vereins geordnet. Außerdem verbesserte er intensiv die Öffentlichkeitsarbeit und rief dabei insbesondere die neue TV-Sendereihe “Neues vom 08-Stammtisch”, von der im Jahr 2014 neun Folgen aufgezeichnet wurden, ins Leben. Auch der Internetauftritt des Vereins, der von Michael Ilg gepflegt wird, ist seitdem aktueller als der aller umliegenden Vereine.

Sportlich kam es 2014 auch zu weiteren Höhepunkten. So qualifizierte sich die erste Mannschaft als Tabellenzweiter der A-Klasse Rhein-Mittelhaardt für die Aufstiegsrunde zur Ermittlung des vierten Aufsteigers in die Bezirksliga Vorderpfalz. Einem 2 : 0- Sieg im ersten Aufstiegsspiel in Iggelheim gegen den SV Ruchheim folgte am 7. Juni 2014 in Hochstadt ein 5:1- Erfolg gegen die TSG Jockgrim, wodurch der Wiederaufstieg in die Bezirksliga geschafft war. Als Nachfolger von Trainer Schuler, der danach  aus seinem Amt ausschied, kam mit Christian Lederle wie so oft in der 08-Geschichte ein früherer Spieler der ersten Mannschaft als neuer Coach zum FC 08. Dieser hat es jedoch noch schwer, denn sein Team überwintert in der Bezirksliga Vorderpfalz nach nur zwei Siegen in der Vorrunde mit nur elf Punkten aus 18 Spielen lediglich auf dem drittletzten Platz, der am Saisonende einen erneuten Abstieg bedeuten würde. Mit Torwart Kai Anschütz vom ASV Fußgönheim und Spielmacher Christien Rebres vom VfL Neustadt wurden jedoch im Januar 2015 zwei Verbandsligaspieler, die als Junioren auch schon das 08-Trikot getragen hatten, verpflichtet, um die Mannschaft im Abstiegskampf zu verstärken. Außerdem schlossen sich noch Max Geisler (SC Pfingstberg-Hochstätt) und Andreas Ackermann (VfL Neustadt) den 08ern an.

Nachdem die Haßloch-8-Balls ihre erste Saison in der American-Football-Landesliga Südwest im Sommer 2014 als Tabellendritter beendet hatten, nahmen die Fascinations Cheerleader am 20. Dezember 2014 erstmals an einer Meisterschaft teil und erreichten bei dem in Stuttgart ausgetragenen BaWü Cheermasters 2014, den Offenen Meisterschaften Baden-Württembergs, in ihrer Klasse den dritten Platz.